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Keine Kugeln mehr im Revolver der Fed

Freitag, 14. Dezember 2012 um 08:50

Von Jochen Steffens
Die US-Notenbank (Fed) hält, wie allgemein schon erwartet, die Notenpresse unter Volldampf. Sie will ab Januar monatlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen. Diese Maßnahme ersetzt das bisherige Programm „Operation Twist“. Und natürlich wird auch der Ankauf von Immobilienpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar pro Monat fortgeführt. Beides war an den Finanzmärkten erwartet worden. Darüber hinaus setzen die Notenbanker konkrete Zielmarken für ihre Geldpolitik. So soll der Leitzins erst erhöht werden, wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt oder die Inflationserwartungen auf Sicht von ein bis zwei Jahren über 2,5 Prozent steigen.

Man fragt sich, was diese Ankündigung bringen soll. Es ist doch, angesichts der Tatsache, dass die Fed eine Deflationbekämpfungsstrategie fährt, sowieso klar, dass sie so lange nichts tut, bis die Inflation anzieht. Und genauso ist klar, dass sie handeln wird und muss, sobald die Inflationsrate „unerwarteterweise“ plötzlich und stark anziehen sollte. In diesem Moment würden die früheren Hinweise der Fed, dass die Zinsen bis Mitte 2015 niedrig bleiben, sofort hinfällig.

Fehlende Lösungen

Das Problem ist ein anderes: Der Maßnahmenrevolver der Fed ist leer geschossen. Die Leitzinsen können nicht weiter gesenkt werden und mehr Anleihen zu kaufen, ist auch nicht sinnvoll.

Also werden lediglich neue Varianten der bisherigen Maßnahmen verkündet, denn andere Ideen gibt es nicht. Der Wirtschaftswissenschaft fehlen die Lösungen – sie hatte allerdings auch zu wenig Zeit und zu wenig Erfahrungswerte, um solche zu finden.

Schließlich sind die Wirtschaftswissenschaftler bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass eine Deflation bei einer Fiat-Währung unmöglich sei. Die Wirtschaftswissenschaft wurde dann durch die Ereignisse in Japan nach dem Immobilien- und Aktienmarktcrash 1990 eines Besseren belehrt. Und selbst dann wurde noch lange Zeit behauptet, Japan sei eine Sondersituation.

Wie man nun an der Entwicklung in den USA erkennt, ist die Deflation in Japan wohl doch keine Sondersituation. Und damit befindet sich die Wirtschaftswissenschaft jetzt im „Versuchsstadium“. Das bedeutet, die Ökonomen haben das Phänomen noch nicht soweit verstanden, dass eine funktionale Lösung in Sicht wäre – wenn es diese überhaupt gibt. Leider arbeiten die Wissenschaftler oft erstaunlich langsam, was das Verstehen neuer ökonomischer Phänomene anbetrifft. Und selbst die 15 bis 17 Jahre seit dem Offenbarwerden der Deflationsprobleme in Japan reichen da nicht aus.

Keine andere Wahl

Ob die Maßnahmen der Fed nun wirklich helfen, können wir somit noch nicht beurteilen. Uns fehlen die historischen Vergleichsmöglichkeiten. Ein Problem, das, wie gesagt, auch die Fed hat. Letztlich wird die Zukunft zeigen, was geschieht, und uns allen bleibt keine andere Wahl, als abzuwarten. Spekuliert wird natürlich viel, in die eine oder andere Richtung. Aber hier besteht die große Gefahr, dass man sich vergaloppiert. Seien Sie also vorsichtig, wenn sie scheinbar überzeugende Meinungen zu diesem Thema hören. Gerade die einfachen Thesen sind oft nicht hilfreich. Überzeugungen sind eher hinderlich für den eigenen Börsenerfolg!

Markt ohne klare Richtung

Nach der Veröffentlichung der Fed ist bis jetzt keine klare Richtung an den US-Märkten zu erkennen. Da nichts Unerwartetes geschehen ist, hatte der Markt die Fed-Veröffentlichung bereits eingepreist. Nichts ist älter als die Nachricht von gestern. Und so sucht sich der Markt neue Themen, auf die er, wie gewohnt, hysterisch reagieren kann.

Der Dax rutschte am Donnerstag zunächst ins Minus. Aber das kann auch mit anderen Faktoren zusammenhängen. Es gibt ein gewisses Interesse, den Dax zum Verfall am kommenden Freitag unter 7.600 Punkten zu halten. Ob die Stillhalter das schaffen, ist angesichts der hohen Dynamik der vergangenen Tage zumindest fraglich.

Jochen Steffens ist Chefredakteur des kostenlosen Newsletters "Steffens Daily". Weitere Informationen finden sie hier.

 

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