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Verstörende Kolumne

Freitag, 9. November 2012 um 23:13

Von Bernd Niquet

Dies ist eine verstörte und verstörende Kolumne. Sie verstört mich selbst auch. Doch sie ist wahr.

(1) Ich schreibe diese Kolumne am 8. November. An diesem Tag vor 73 Jahren hat Georg Elsner versucht, Adolf Hitler umzubringen. Beinahe wäre es gelungen. Man kann sich gar nicht ausmalen, was unserem Land und der Welt dadurch erspart geblieben wäre. Für mich ist Elser einer der größten Helden, die wir in unserem Land haben. Gestern habe ich ein Buch über ihn begonnen, „Der Einzelgänger“, und bin über alle Maßen beeindruckt. Irgendwie kann ich mich in diesem Mann sogar ein Stück weit selbst wiederfinden.

Gewürdigt wird Elser in der gesamten deutschen Presse und im Internet am 8. November nur durch einen Zweizeiler in der „Schwäbischen Post“.

(2) Am Samstagabend ist mir beim Fernsehen der Kragen geplatzt und ich habe gleich darauf am Sonntagmorgen den folgenden Leserbrief an die ARD geschrieben: Sehr geehrte Damen und Herren, ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Fernsehprogramm, insbesondere zu Filmen wie „Blutadler“ von diesem Wochenende. Sie erweisen sich damit unserer Geschichte würdig und weisen sich als die wohl blutrünstigste Truppe seit dem Abzug der nationalsozialistischen Herrscher aus.

Was mich allein an Ihren Filmen stört, ist, dass immer Frauen als Opfer kultiviert werden. Warum nur zur besten Sendezeit immer nur Frauen fesseln, ihnen die Lungenflügel herausreißen und sie über den Schultern drapieren? Sind die sexuell perversen Männer eine so lukrative Zielgruppe für das öffentlich-rechtliche Fernsehen? Warum können nicht auch einmal Männer an Penissen hinter S-Bahnen hergezogen werden oder auch gerne mit Fräsmaschinen vom Arschloch an ausgefräst werden, so dass sie hinterher aussehen wie eine ARD-Anstalt von innen? Das gerne auch schon vor der Tagesschau. Es gibt ganz sicher irgendeinen abseitigen US-Krimiautor, der darüber bereits ein Buch geschrieben hat.

Und vergessen Sie bitte nicht, liebe Programmmacher, den einen Satz gut einzustudieren, den wir ja alle aus der Zeit nach Hitler gut genug kennen und den sie dann täglich aufsagen müssen, wenn unsere Jugend endgültig die Orientierung verloren hat und immer mehr das nachmacht, was Sie ihnen allabendlich vormachen: „Ich habe von all dem nichts gewusst.“ Ist das klar? „Ich habe von all dem nichts gewusst.“ Und jetzt noch einmal im Chor: „Ich habe von all dem nichts gewusst.“

Sie zu fragen, wo denn eigentlich die Menschen sind, die bei diesen schändlichen Taten stopp! sagen, ist sicherlich fehl am Platze. Aber ist es nicht komisch? Überall wird heute über den Widerstand im Dritten Reich berichtet. In Ihrem Reich hingegen scheint es keinen Widerstand zu geben. Wobei ich sicher bin, dass es ihn gibt, doch berichtet wird natürlich nur über die Stars mit dem Blut an den Händen, auch wenn es nur Filmblut ist. Aber das war ja unter Herrn Goebbels auch nicht anders.

Freuen Sie sich also, dass Sie auch weiterhin von nichts zu wissen scheinen und dass jeder Bundesbürger mit eigenem Haushalt Ihnen seine Zwangsbeiträge überweisen muss. Selbst das erinnert natürlich erneut fatal an ganz andere Konstruktionen unserer Geschichte. Mit freundlichen Grüßen Dr. Bernd Niquet

(3) Was mich jedoch wirklich am meisten gruselt, ist das Folgende: Was wäre denn, wenn irgendwann in absehbarer Zeit noch einmal so ein Attentäter wie Anders Breivik käme, dieses Mal aber nicht lauter Unschuldige, sondern tatsächlich Schuldige treffen würde? Ich fühle, dass ich dann innerlich applaudieren würde.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

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Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

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