23.06.2017 - 14:11 | Lesezeichen | Startseite | Newsletter | Suche | Kontakt | Seite drucken | Sitemap   
 
   

Wo Sie neue
Boom-Börsen finden?!

 

  Geheime Aktien-Gewinnstrategie?!

      Menü

    Home

      Wissen

      Börsen-ABC
      Anlegerrecht


        Twitter

        



Anzeige  


 

Suche

 


Kursabfrage

 



 
Kunst im Frühling


 


 

 

 

Die alltägliche Fernsehschelte

Freitag, 26. Oktober 2012 um 22:59

Von Bernd Niquet

Ich bin das, was sich heute niemand mehr so recht traut: Ich bin ein bekennender Viel-Fernseher. Ja, ich schaue gerne fern und ich finde Fernsehen gut. Ich glaube, ich lerne nirgendwo so viel und so gut wie dort. Und damit meine ich den Aufbau von echtem Wissen und nicht nur das Amüsieren über dumme Zeitgenossen.

Natürlich bekomme ich es mit, dass immer wieder aufs Neue selbsternannte Kulturmenschen sich einen Tag durch die Fernsehprogramme zappen und hinterher völlig entsetzt sind, weil sie nur Mist gesehen haben. Doch woher diese Differenz? Die Antwort darauf ist simpel. Sie lautet: Die Auswahl macht es! Zu diesem Zweck sind übrigens einmal Programmzeitschriften erfunden worden.

Mein Eindruck ist: Wer Privatfernsehen schaut, ist selbst daran schuld. Da glaube ich gut und gerne, dass gerade am Nachmittag und frühen Abend nur Schmutz und Mist gesendet wird. Man muss jedoch nicht nur Pommes essen und Schnaps trinken. Man kann sich auch gesunde und bekömmliche Nahrung suchen. Bei den Öffentlich-Rechtlichen wird man nämlich sehr gut bedient.

Mein Tagesablauf bringt es mit sich, dass ich sehr oft bereits früh fernsehe, das heißt in der Zeit von 17 bis 19 Uhr. Und hier ist das Fernsehprogramm ausgezeichnet. Ich schaue jedoch, wie es sich mit der Zeit herauskristallisiert hat, nur die folgenden Programme: Einsfestival, Einsplus, ZDFneo, ZDFinfo, ZDFkultur, 3sat, Arte und Phoenix. Da findet sich immer etwas – und mehr brauche ich nicht

Was ich da in den vergangenen Monaten gelernt habe, ist enorm. Dafür hätte ich ganze Bibliotheken lesen und die mehrmals um die Welt reisen müssen. Ich denke nur an: die Jeans-Produktion in China, Rinderzucht in Argentinien, Baumrodungen zum Soja-Anbau, Arzneiexperimente an Menschen in Indien, Baupleiten in Spanien, Sparen in Griechenland, die Welt am Abgrund während der Kubakrise, den Ersten und Zweiten Weltkrieg, die Beschaffenheit unserer Nahrung, wie sich große Versicherungen um ihre Zahlungen drücken, wie der All-Inclusive-Tourismus in der Türkei das Land ruiniert und vieles andere mehr.

Es gibt dabei nur ein großes Problem: Man kann gar nicht so viel kotzen wie Schweinereien auf dieser Welt laufen. Aber so ist das eben. Ich kann das ja dosieren. Ich kann auch bei der Biokost das Fett vorher abtropfen lassen, bevor ich sie zu mir nehme. Besser wissend mich manchmal ein wenig übel fühlen als naiv und doof zu sein.

Bleibt noch ein wichtiger Punkt: Wissen aus Fernsehreportagen ist natürlich nur ein Wissen aus zweiter Hand. Das alles ist schon vorgekaut. Vielleicht werde ich also manipuliert. Das ist durchaus möglich, damit muss ich rechnen. Doch gibt es anderweitig überhaupt eine Chance, diese Thematik zu umgehen? Wenn ich Bücher lese, ist deren Text auch vorgekaut. Und sogar wenn ich selbst irgendwo hinfahre, um mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen, sehe ich stets nur einen sehr kleinen Ausschnitt, der mir aber niemals einen zutreffenden Blick auf das Ganze ermöglicht.

Die Atmosphäre zu erspüren, sie riechen und schmecken zu können, ist dagegen etwas ganz anderes. Doch das schafft nur Eindrücke, kein Wissen. Ich breche also eine Lanze für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Und dafür zu zahlen, grämt mich nicht. Extrem schade finde ich es nur, dass zu den Hauptsendezeiten und auf den Hauptkanälen bei den Öffentlich-Rechtlichen ebenfalls das private Trivialfernsehen läuft.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

Jetzt hier bestellen.

Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

Anzeige


 


 
 
 
 
 
 
 
       
     


© 1999 - 2017 by instock.de | Mediadaten | Impressum