23.08.2017 - 04:14 | Lesezeichen | Startseite | Newsletter | Suche | Kontakt | Seite drucken | Sitemap   
 
   

Wo Sie neue
Boom-Börsen finden?!

 

  Geheime Aktien-Gewinnstrategie?!

      Menü

    Home

      Wissen

      Börsen-ABC
      Anlegerrecht


        Twitter

        



Anzeige  


 

Suche

 


Kursabfrage

 



 
Kunst im Frühling


 


 

 

 

Die wirklich wichtigen Fragen

Freitag, 19. Oktober 2012 um 22:58

Von Bernd Niquet

Jede Woche wird eine neue Sau durch die mediale Welt getrieben. Erst der Euro, dann Jörg Kachelmann und jetzt Frau Schavan. An diesen grundverschiedenen Fällen, die auf den ersten Blick überhaupt nichts Gemeinsames besitzen, gibt es aus meiner Sicht jedoch eine erstaunliche Übereinstimmung. Und das ist: Nirgendwo werden die wirklich wichtigen Fragen auch nur ansatzweise gestellt.

Die sogenannte „Euro-Rettung“ beispielsweise ist zunächst einmal gar keine Rettung unserer Währung, weil diese im Innen- und Außenverhältnis sehr stark ist, sondern eher eine Staatenrettung. Doch auch hier wird stets nur über Zahlungen und Lasten gesprochen, doch die entscheidende Frage nicht nur nicht beantwortet, sondern nicht einmal gestellt.

Aus meiner Sicht lautet diese Frage: Geht es bei dem Schutzschirm der EU darum, Spekulationen gegen den Euro abzuwehren und Mitgliedsländern temporären Schutz zu bieten – oder geht es um die Übernahme maroder Staatspapiere? An dieser Frage entscheidet sich alles. Doch um das zu erkennen, muss man sie erst einmal stellen und nicht nur mit beziehungslosen Schlagworten herumfaseln, wie das überall heute üblich ist.

Geben wir temporär Bürgschaften und nimmt die EZB zeitweise Papiere auf, so ist das eine gute und richtige Maßnahme, die weder den Geberländern Zahlungsverpflichtungen aufbürdet noch unsere Währungsstabilität tangiert. Übernehmen wir und die EZB hingegen wertlose Papiere, so haften wir voll und ruinieren zudem auch noch unsere Währung.

Natürlich ist die Beantwortung dieser Frage eine Gratwanderung und objektiv gar nicht zu leisten. Doch ich denke, dass zumindest die in dieser Frage enthaltenen zwei Szenarien den Bürgern sehr klar kommuniziert werden müssen. Geschähe das nämlich, hätten wir vermutlich weniger Probleme mit diesem Fall, denn dann würde die Mehrheit sicherlich schnell erkennen, dass Staaten letztlich nicht bankrott gehen, sondern immer saniert werden können, wenn die entsprechenden Länder eingebunden und nicht fallen gelassen werden.

Doch was hat das nun mit Kachelmann und Schavan zu tun? In den vergangenen zwei Tagen habe ich das Buch von Kachelmann gelesen und war erschüttert. Dabei ist es völlig egal, ob dieser Mann nun die ihm vorgeworfenen Tat begangen hat oder nicht. Fakt ist, dass es möglich ist, dass mit vollkommen unschuldigen Leuten so umgegangen wird. Meine Güte. Ich denke an die Geschichte meiner Frauenbeziehungen und mache drei Kreuze, dass mir nicht Gleiches geschehen ist. Denn da hat man dann plötzlich keine Chance mehr.

Doch was wird in der Öffentlichkeit über diesen Fall berichtet? Nur Unsinn. Und selbst der von mir durchaus geschätzte Günter Jauch präsentiert dazu letztlich nur ein Kabarett, dass der Situation keinesfalls würdig ist.

Bleibt Frau Schavan. Hier lese ich überall nur die gegenpoligen Schlachtbegriffe „Nachweis der Täuschung“ und „Kampf gegen die Vorwürfe“. Ich habe mir auf der Schavanplag-Seite im Internet einige Stellen aus der Doktorarbeit unserer Ministerin angeschaut. Und ich sehe: Frau Schavan hat viel Sekundärliteratur gewälzt, diese jedoch oft nicht zitiert, sondern anstelle dessen gleich die Primärliteratur.

Und ich frage mich: Warum erklärt eigentlich kein Journalist, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert und welche Verstöße dagegen Frau Schavan konkret begangen hat? Denn erst anschließend kann man diesen Fall wirklich bewerten.

Doch ich fürchte, ich kenne die Antwort bereits gut genug. Und sie ist die gleiche wie auch auf die anderen beiden hier gestellten Fragen. Weil kaum ein Journalist von diesen Dingen auch nur einen blassen Schimmer hat. Und weil sich Skandale und Krisen allemal besser verkaufen als Aufklärung.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

Jetzt hier bestellen.

Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

Anzeige


 


 
 
 
 
 
 
 
       
     


© 1999 - 2017 by instock.de | Mediadaten | Impressum