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Zockerei eindämmen

Donnerstag, 18. Oktober 2012 um 13:32

Von Wolfgang Braun
Fast auf den Tag genau 25 Jahre ist es her, als die Wall Street den bislang schlimmsten Absturz hinnehmen mußte. Am 19. Oktober brach der Dow Jones innerhalb eines Tages um unglaubliche 22,6 Prozent ein. Der Crash ging als „Schwarzer Montag“ in die Börsenhistorie ein. Bis heute ist die Ursache für den rasanten Kursverfall nicht geklärt. Steigende Inflationsraten und das hohe Handelsbilanzdefizit lasteten zwar auf dem Dollar – das hatte die Anleger aber zuvor nicht abgehalten. Seit 1982 waren die Notierungen kräftig gestiegen. Den rasanten Absturz verursachten wahrscheinlich Computer, die in den 80er-Jahren Einzug in die Handelssäle gefunden hatten. Die Programme waren recht einfach gestrickt. Die ersten Verluste brachten die Lawine ins Rollen, weil sie immer neue Stopps auslösten.

Seither hat sich einiges an den Börsen getan. Die Maschine hat den Menschen zunehmend ersetzt, der Handel ist weitgehend automatisiert. Die Programme sind besser als damals und die Börse hat zusätzliche Sicherheitsnetze eingezogen. So wird der Handel ausgesetzt, wenn bestimmte Verlustschwellen erreicht sind: Zeit zum verschnaufen und Gedanken sortieren – und eventuell, um eine Neujustierung der Computer vorzunehmen. Pannen in der Größenordnung von 1987 konnten damit bislang verhindert werden, die Risiken bleiben aber. Im Mai 2010 stürzte der Dow Jones binnen weniger Minuten um 1.000 Punkte ab – ohne ersichtlichen Grund. Ursache war der Hochfrequenzhandel, bei dem innerhalb von Sekundenbruchteilen riesige Summen hin- und hergeschoben werden.

Der Hochfrequenzhandel steht dem ursprünglichen Grundgedanken der Börse (gute Ideen suchen Geldgeber) diametral gegenüber. Das Übergewicht der Zocker wird an den großen Verfallstagen deutlich, wenn die Abrechnung der Optionen und Futures die Kurse von Unternehmen fast beliebig in die ein oder andere Richtung treibt. Die meisten Experten sind der Überzeugung, daß das Ausmaß der Zockerei inzwischen eine Gefahr für das weltweite Finanzsystem darstellt. Diese Entwicklung ließe sich mit einer Transaktionssteuer wirksam eindämmen. Etliche Geschäfte weisen so geringe Gewinnspannen auf, daß sie sich bei einer Besteuerung nicht mehr lohnen würden. Anleger, die langfristig an ihren Aktien festhalten, könnte man im Gegenzug locken, indem man die Abgeltungssteuer ab einer bestimmten Haltedauer erläßt.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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