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Heiliger Zorn

Freitag, 28. September 2012 um 22:44

Von Bernd Niquet

Irgendwie bin ich derzeit mit allem beschäftigt, mit Gott und der Welt. Und je mehr ich dabei hinschaue, umso schlimmer finde ich es. Ich will jedoch einmal versuchen, meinen Frust aufzuteilen in Bereiche, die nicht anders gehen und solche, bei denen sich der Irrwitz eigentlich stoppen lassen müsste.

Dass wir Menschen essen müssen und leben wollen und dafür unsere natürliche Umwelt verändern, Tiere quälen, die Ernteerträge steigern und Energie gewinnen müssen, das akzeptiere ich im Großen und Ganzen. Darüber will ich mich an dieser Stelle nicht mehr auslassen. Auch die Tatsache, dass es dem überwiegenden Anteil der Menschen anscheinend nicht gelingt, ohne einen Gott oder eine anderweitig jenseitige Vorstellung zu leben, schlucke ich mittlerweile ebenfalls. Obwohl ich es nicht verstehe.

Da sehe ich beispielsweise neulich im Fernsehen ein Porträt des Schauspielers Robert Atzorn, der gerade in dem Fernsehfilm über die Metzler-Entführung eine bemerkenswerte Rolle gespielt hat. Ich denke: Was für ein vernünftiger Mann. Wie er sich durch das Leben bewegt hat, mein Respekt. Doch als ich dann erfahre, dass dieser Mann an Wiedergeburt glaubt, falle ich fast aus dem Fernsehsessel. Das hat alles wieder kaputt gemacht. Ich begreife es nicht.

Über Muslime und Islamisten möchte ich mich deshalb schon gar nicht auslassen, obwohl es natürlich ein Wahnsinn ist, dass hier gegenwärtig Leute über Dinge protestieren, die sie gar nicht gesehen haben und auch überhaupt nicht sehen dürfen.

Natürlich werde ich manchmal auch wieder rückfällig und errege mich darüber, dass bei Amazon, wo ich ja mittlerweile fast meine gesamten Waren bestelle, nur für Hungerlöhne gearbeitet wird. Die Hauptarbeit wird von Polen ausgeführt, die jeden Tag von den grenznahen Gebieten bis in den Speckgürtel von Berlin kommen und die 7 Euro die Stunde super finden, weil sie daheim knapp die Hälfte verdienen.

Denn ich mache mich doch mit meinen Bestellungen mitschuldig, dass dort und bei den Zustellern viele Leute von einem Vollzeitjob nicht mehr leben können und dann hinterher natürlich auch keine Rente haben. Und das alles ist in einem der reichsten Länder der Welt möglich. Es ist einfach nur noch zum Kotzen. Man kann keine Hühner mehr fressen, keine Steaks, kein Nichts – und jetzt kann man auch nicht mehr im Versandhandel bestellen, ohne sich selbst schuldig zu machen.

Den finalen Schlag hat mir in dieser Woche jedoch der Film über die Jeansproduktion in China gegeben. Dort sind jetzt die Flüsse schwarz und die Menschen krank. Und was schier unfassbar ist, dass das Hauptleid, das dort erzeugt wird, dadurch entsteht, dass bei uns die Marotte existiert, dass selbst neue Jeans bereits alt aussehen müssen. Denn dadurch werden dort Tonnen von Bleichmitteln ohne Atemschutz aufgetragen und regelmäßig gesandstrahlt, bis die Lunge nicht mehr mitmacht.

Obwohl ich solche Jeans nicht besitze, könnte ich im Boden versinken vor Scham. Was sind wir nur für eine Ausgeburt von Mist hier in den Industrieländern. Und wo sind die aufrechten und aufrichtigen Leute, die einmal aufstehen und sagen: Nein, das mache ich nicht mehr mit?

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

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Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

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