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Darf ich das eigentlich?

Freitag, 7. September 2012 um 22:55

Von Bernd Niquet

Darf ich das eigentlich sagen? Dass es in Berlin heutzutage eine Zwei-Klassen- Berichterstattung und auch eine Zwei-Klassen-Rechtsprechung gibt?

In der vergangenen Woche ist bei uns ein jüdischer Rabbiner angegriffen und verprügelt worden. Das ist schlimm – und das Medienecho ist riesig gewesen. Als kurze Zeit vorher ein Busfahrer von Jugendlichen angegriffen und ebenfalls verprügelt wurde, war das der Presse allerdings nur wenige Zeilen in den vermischten Nachrichten wert. Dass mich dieser Unterschied ärgert, darf ich das eigentlich sagen oder macht mich das jetzt bereits zum Antisemiten?

Am Mittwoch dieser Woche wurde ein 15-jähriger Schüler vor seiner Schule von anderen Jugendlichen „südländischen Aussehens“ niedergestochen. Meiner Zeitung war das einen Zweispalter auf der ersten Seite des Lokalteils wert. Tendenz des Berichts: So etwas kommt vor, da kann man nicht viel machen.

Am Tag davor fand ich eine relativ identische Aufmachung eines Berichts, der folgenden Inhalt hatte: Mehreren jüdische Mädchen wurden von anderen Jugendlichen der Mittelfinger gezeigt und man hat sie als „Judentussen“ bezeichnet. Tendenz des Berichtes: So etwas darf nie wieder vorkommen.

Darf ich eigentlich an dieser Stelle meine Unzufriedenheit damit ausdrücken, mit solchen nichtigen Nachrichten an wichtigen Stellen behelligt zu werden? Oder bin ich jetzt wirklich schon ein Antisemit?

Womit ich zu meinem Hauptthema komme, um das ich mich so lange herumgedrückt habe, das jetzt aber doch heraus muss: Das Land Berlin hat neuerdings geregelt, dass die Beschneidung von Jungen nicht strafrechtlich verfolgt wird, denen aus religiösen Gründen im Alter nach der ersten Lebenswoche teils mit und teils ohne Betäubung die Vorhaut abgeschnitten wird.

Arabische Mädchen dürfen in unseren Schulen kein Kopftuch tragen, doch die Juden dürfen straffrei ihre Kinder verstümmeln. Bisher habe ich mich nicht für einen Antisemiten gehalten, mir sind die Juden genauso widerlich wie alle anderen religiösen Eiferer auch, da gibt es für mich keine Unterschiede. Doch das jetzt geht wirklich zu weit, finde ich.

Was wäre eigentlich, wenn ich in einer religiösen Sekte wäre, bei der es wichtig ist, um Gott näher zu sein, Menschenfleisch zu essen? Würde man mir das auch durchgehen lassen? Oder wenn man die Fingernägel zieht, die Leute tätowiert oder ihnen anderweitig Schmerzen zufügt, um Gott gnädig zu stimmen? Ich denke, Demokratien dürfen ein derartiges barbarisches Erbe nicht tolerieren, ansonsten werden sie unglaubwürdig.

Doch darf ich das eigentlich überhaupt sagen? Wahrscheinlich bin ich spätestens an dieser Stelle ein Antisemit. Und wenn das so ist, dann ist es so, dann wäre ich sogar stolz darauf. Das deutsche Volk hat Fürchterliches veranstaltet in der Vergangenheit, das will ich kein bisschen relativieren, doch was wir jetzt machen, ist auch nicht richtig. Demokratie bedeutet Gleichbehandlung und Schutz der Unversehrtheit des Menschen. Und wer dagegen verstößt, gehört angeklagt, selbst wenn das, was er macht, die Eltern und Großeltern ebenfalls bereits gemacht haben.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

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Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

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