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Seit 21 Handelstagen Flaute

Dienstag, 4. September 2012 um 08:28

Von Jochen Steffens
Ja, das ist schon seltsam. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft wird schlechter. Hintergrund ist, dass der deutsche Export Probleme durch die Krisen in Europa bekommt. Die Auftragseingänge sind so stark gesunken, wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies hängt damit zusammen, dass Deutschland mehr als 60 Prozent seiner Waren ins europäische Ausland liefert. Kriselt Europa, kriselt es auch im deutschen Export.

Das Seltsame ist aber, dass der Dax trotz dieser Nachrichten weiter steigt, wenn auch nur leicht. Es bleibt damit beim Kampf um die 7.000 Punkte-Marke, den wir nun schon seit quälenden 21 Handelstagen kämpfen. An dieser Entwicklung erkennen wir eine der großen Besonderheiten der Börse, die besonders den Volkswissenschaftlern häufig große Schwierigkeiten bereitet.

Verhältnis von Börse und Wirtschaft

Börse und Wirtschaft hängen zwar zusammen, aber es verbindet sie nur ein loses Gummiseil. So haben wir gesehen, dass die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist, der Dax aber nur schwach diese Dynamik abgebildet hat. Hier haben sich die Krisen in der Euro-Zone belastend ausgewirkt.

Sollte jetzt zum Beispiel die deutsche Wirtschaft anfangen, Schwäche zu zeigen, sich aber gleichzeitig die Krise in Europa beruhigen, kann es sein, dass der Dax weiter steigt, obwohl die Unternehmen weniger Gewinn abwerfen. In diesem Fall würden die Krisensorgen quasi „ausgepreist“, was zu diesem Kursanstieg führen würde.

Aber selbst wenn die Krise noch weiter anhält, jedoch die US-Indizes ihre Hochs rausnehmen und in ihren Aufwärtstrend fortsetzen, könnte es sein, dass der Dax trotz schwächer werdender Wirtschaft und weiter anhaltenden Problemen in der EU weiter ansteigt oder wenigstens sein Kursniveau verteidigt.

Hier wäre der Hintergrund, dass die US-Börsen nach wie vor als weltweite Leitindizes gelten. Die Anleger würden im Falle weiter steigender US-Märkte dann damit rechnen, dass eine sich erholende Wirtschaft in den USA auch dazu führt, dass es der europäischen Wirtschaft insgesamt bald wieder besser geht.

Keine zu enge Verzahnung

Sie sehen also, man sollte unter keinen Umständen den Fehler machen, die wirtschaftliche Entwicklung oder Erwartung eins zu eins auf die Börse zu übertragen. Auch hier müssen weitere Fakten in die Prognose mit einbezogen werden, die für eine gewisse Zeit wirtschaftliche Entwicklungen überkompensieren können.

Doch ohne Zweifel besteht eine Verbindung, die Börse kann sich langfristig nicht vollkommen losgelöst von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln. Das heißt, wenn nun die deutsche Wirtschaft massiv in eine Rezession abrutschen und sich auch in Gesamteuropa keine Erholung abzeichnen würde, dann würde natürlich auch der Dax früher oder später entsprechend negativ reagieren.

Die Verbindung ist ohne Frage vorhanden, sie ist eben nur eine Art Gummiseil, das in extremen Situation auch sehr weit gedehnt werden kann.

Kostolanys Vergleich

Kostolany hat für diese Entwicklungen ein schönes Beispiel gewählt. Er verglich die Börse und die Wirtschaft mit einem Mann und seinem Hund. Der Mann geht gleichmäßig spazieren, der Hund aber läuft hektisch vor und zurück. Trotzdem bewegen sich beide in die gleiche Richtung. Der Mann ist die Wirtschaft, der Hund die Börse.

In Deutschland ist der Mann weit vorgelaufen und bleibt gerade stehen, um zu schauen, wo denn der Hund nun wieder ist. Ob aber nun der Mann zurück zum Hund läuft oder der Hund zum Mann oder beide aufeinander zu, das überlasse ich Ihrer Phantasie und Ihren Überzeugungen… .

Jochen Steffens ist Chefredakteur des kostenlosen Newsletters "Steffens Daily". Weitere Informationen finden sie hier.

 

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