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Rettung mit Nebenwirkungen

Donnerstag, 2. August 2012 um 12:00

Von Wolfgang Braun
Die Börsen bleiben unberechenbar, Konjunktur- und Unternehmensnachrichten interessieren nur noch am Rande. Vielmehr stehen die Entscheidungen von Politikern und Notenbanken im Mittelpunkt. So auch in der vergangenen Woche, als sich Mario Draghi, Angela Merkel und Francois Hollande für den Erhalt des Euro stark machten: Man werde alles tun, um die Gemeinschaftswährung am Leben zu halten, ließen sie unisono verlauten. Eigentlich eine banale Aussage. Für die europäische Notenbank ist es ihre einzige Aufgabe und die europäischen Politiker mühen sich schon seit zwei Jahren, um die trudelnde Staatengemeinschaft beieinander zu halten. Dennoch schoss der Dax innerhalb von zwei Tagen rund 7 Prozent in die Höhe. Das entspricht der durchschnittlichen Jahresperformance seit 1959. Immerhin wurde Draghi am Freitag etwas konkreter, wie denn die Rettung erfolgen soll. Möglich sind demnach eine weitere Zinssenkung, neue Langfristtender für die Banken oder die Wiederaufnahme des Kaufprogramms für Staatsanleihen angeschlagener Länder.

Steigende Inflationsgefahr

Eine Zinssenkung wäre wohl nur kosmetischer Natur. Wer sich zu 0,75 Prozent kein Geld leiht, wird das bei einem halben Prozent auch nicht tun. Die Langfristtender gab es Ende 2011 bereits. Sie haben die Lage an den Anleihemärkten vorübergehend entspannt und dem Dax ein Plus von rund 30 Prozent beschert. Vier Monate später war die Wirkung aber verpufft und die Krise zurück. Am wirkungsvollsten wären Anleihekaufprogramme. Als Notenbank kann die EZB beliebig Geld drucken und damit die Renditen nachhaltig auf einem gewünschten Niveau halten. Die direkte Finanzierung von Staaten ist der EZB zwar untersagt, es wäre aber nicht der erste Vertrag, der seit Ausbruch der Krise gebrochen wird.

Die Ursachen der Krise – die hohe Verschuldung und die fehlende Wettbewerbsfähigkeit einiger Länder – wären allerdings auch mit einem Anleihekaufprogramm nicht beseitigt. Die EZB könnte den Politikern aber die nötige Zeit verschaffen, um Strukturreformen durchzuführen. Problematisch wäre es, wenn die Krisenländer wegen der sinkenden Renditen in ihrem Reformeifer nachlassen würden. Denn ohne Risiken sind die Anleihekaufprogramme nicht: Mittelfristig bergen sie erhebliche Inflationsgefahren.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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