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Neue Wirtschaftsordnung

Freitag, 20. Juli 2012 um 22:59

Von Bernd Niquet

Es ist manchmal gar nicht zu fassen, wie sehr sich unsere Volkswirtschaft und unser Leben seit den enormen Marktliberalisierungen der vergangenen Jahrzehnte verändert hat. Verbunden natürlich mit den ganzen technischen Innovationen.

Kann sich eigentlich noch jemand an die Ladenschlussgesetze erinnern? Als wir von Montag bis Freitag stets bis halb sieben in die Läden gehastet sind, um uns mit allem Nötigen zu versorgen?

Das kommt manchem sicherlich heute wie das Mittelalter vor. Doch kann sich andererseits noch jemand daran erinnern, was eine heile Familie ist? Dass man sich abends zu einer nicht-unchristlichen Zeit gemeinsam zum Abendessen trifft? Und das an jedem Tag in derselben Besetzung und zu Hause und nicht nur einmal in der Woche mit dem Patchwork im Schnellimbiss?

Das Statistische Bundesamt hat gerade veröffentlicht, dass in Deutschland mittlerweile fast 16 Millionen Menschen allein leben, das ist jeder fünfte, von den 18- bis 34-Jährigen sogar ein Viertel. Insgesamt sind die Zahlen der Alleinlebenden im Vergleich zu 1991 um 40 Prozent gestiegen. Gründe dafür seien unter anderem, dass im Berufsleben immer mehr Mobilität gefordert ist.

Kulturelle und ökonomische Entwicklungen laufen hier Hand in Hand. Heute wollen sich die meisten nicht mehr binden, es wird ihnen aber auch keine Bindung mehr angeboten. Vor zwanzig oder dreißig Jahren noch waren die meisten Jobs Lebensjobs. Wer heute hingegen einen Arbeitsvertrag unterschreibt, unterschreibt in der Regel einen Zeitvertrag.

Und wer kann schon ein lebenslanges Eheversprechen riskieren und Kinder in die Welt setzen, wenn die berufliche Situation so unsicher ist. Eigentlich kann das niemand. Und trotzdem machen es noch so viele. Was unser aller Glück ist.

Ich erinnere mich noch an die Auseinandersetzungen mit meinem Vater, als es damals um den Ladenschluss ging. Da hatte er gesagt: Das bringt gar nichts, die Ladenöffnungszeiten auszuweiten. Dadurch wird nicht mehr gekauft, dabei steigen nur die Preise.

Ich denke, er hat im Prinzip Recht gehabt: Es wird heute nicht mehr verkauft (über die normalen Steigerungsraten des BIP hinaus, die es sowieso gegeben hätte), nur dass die Preise nicht gestiegen sind, dafür jedoch die Löhne gefallen. Was im Endeffekt jedoch auf das Gleiche herauskommt.

Und man braucht keine Verschwörungstheorie, um den großen Plan dahinter zu erkennen: Den Unternehmen geht es glänzend wie nie und die Reichen sind immer reicher geworden. Alle Liberalisierungsmaßnahmen haben zu einer großen Umverteilung von unten nach oben geführt.

Das war geplant, beginnend mit Reagan und Thatcher auf den Kapitalmärkten, doch niemand hat es so recht gemerkt. Heute jedoch spüren wir es alle.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

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Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

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