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Die Zwangsanleihe

Freitag, 13. Juli 2012 um 22:46

Von Bernd Niquet

In den vergangenen Tagen spazierte ein Schreckgespenst durch die deutschen Medien: Die wohlhabenden Deutschen sollten den Staat zwangsweise finanzieren, das habe das DIW, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vorgeschlagen. Das ist natürlich ein wirklicher Hammer.

Erstaunlich, wie so etwas immer läuft. Von der Politik dazu kaum ein Wort. Der Eindruck, dass hier etwas vorbereitet wird, drängt sich dabei fast zwangsläufig auf.

Doch liest man sich einmal den entsprechenden Artikel im DIW-Wochenbericht durch, sieht das ganz anders aus. Hier äußert ein Autor seine eigene Meinung, hier wird nichts vorgeschlagen, eher angeregt. Doch man muss ja eigentlich kein Wissenschaftler sein, um zu begreifen, dass es um die Staatsfinanzen schwierig steht und dass jede Finanzierungsquelle dabei willkommen ist.

Ganz sicher wird diese Zwangsanleihe allerdings bei uns nicht kommen. Der Autor des entsprechenden Artikels schreibt vielmehr über Simulationsrechnungen des DIW Berlin, die ergeben, dass bei einem persönlichen Freibetrag von 250 000 Euro (Ehepaare 500 000 Euro) damit rund 230 Milliarden Euro mobilisiert werden könnten.

Doch warum sollte die Bundesrepublik Deutschland, die gegenwärtig bei kurzlaufenden Anleihen nicht einmal Zinsen zahlen muss, sondern vielmehr umgekehrt Zinsen von seinen Gläubigern bekommt, auf so ein Instrument verfallen?

Man denke nur an die verheerende psychologische Auswirkung. Unsere Bonität wäre damit auf einen Schlag vernichtet. Und dann die ganzen Umsetzungsprobleme. Denn eine Pflicht der Bürger, dem Staat Geld zu leihen, muss gerecht ausgestaltet sein. Das bedeutet: Gleiche Vermögens führen zu gleichen Zeichnungspflichten.

Nun ist aber Vermögen nicht gleich Vermögen. Wer hohes Immobilienvermögen besitzt, aber kein Bargeld, wie sollte dieser Mensch eine Zwangsanleihe zeichnen? Indem er eine Hypothek auf das Haus aufnimmt?

Und was ist mit denjenigen, die ihr Geld in Aktien gesteckt haben? Müssen die jetzt ihre Aktien verkaufen, um die Anleihe zeichnen zu können? Oder werden Aktienvermögen freigestellt? Und was ist, wenn ich ohnehin schon mein gesamtes Geld in Bundesanleihen halte?

Hier gibt es konzeptionelle Probleme, die wohl kaum zu lösen wären. Sollte man also nur die Geldvermögen anzapfen? Was für eine Hausse an den Aktienmärkten das wohl geben würde. Dann würde jeder versuchen, sein Geld so schnell wie möglich loszuwerden. Silvio Gesell lässt grüßen. Dann hätte man genau das Schwundgeld, das diesem vorschwebte.

Aber vielleicht steht ja genau diese Absicht hinter dieser Idee, sollte sie sich denn verfestigen. Jeder möge doch bitte sein Geld lieber ausgeben als es zu behalten, egal wie.

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.

***********************UND VERGESSEN SIE NIE: DIE WIRKLICHE WAHRHEIT LIEGT IMMER JENSEITS DES GELDES !!!

BUCH-NEUERSCHEINUNG: Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes“, Leipzig 2011, 506 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86268-408-3.

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Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag.

 

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