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Halber Umfaller

Donnerstag, 5. Juli 2012 um 14:08

Von Wolfgang Braun
Noch im Vorfeld des jüngsten EU-Gipfels hatte sich Angela Merkel hart gezeigt: Solange sie lebe, werde es keine Euro-Bonds geben, sagte die Kanzlerin. Am Ende ist der Druck dann doch zu stark geworden und die Bundesregierung hat ihren Standpunkt teilweise geräumt. Eine gemeinschaftliche Haftung für die gesamten Schulden des Währungsraums, wie es bei Euro-Bonds der Fall gewesen wäre, gibt es zwar nicht. Künftig haben aber angeschlagene Länder Zugriff auf den Rettungsfonds ESM und müssen dabei keine besonderen Auflagen mehr erfüllen. Bislang ist der ESM „nur“ 700 Milliarden Euro groß, so daß das Risiko noch begrenzt ist. Allerdings gehen Experten schon heute davon aus, daß der Schirm nicht ausreicht und deutlich vergrößert werden muß. Wenn es einmal soweit ist, kommen wir Euro-Bonds recht nahe. Die Südländer können dann faktisch unbegrenzt die deutschen Steuergelder verprassen. Deutschland bekommt im Gegenzug – nichts!

Börsen jubeln

Kompromisse gehören zum politischen Geschäft. Es lagen aber offenbar Vorschläge auf dem Tisch, mit dem sich die soliden Länder besser hätten stellen können. Von Finnland kam etwa die Idee, daß die Krisenländer ihre Anleihen mit Pfandbriefen unterlegen. Die Pfandbriefe hätten mit Vermögenswerten wie Immobilien oder Anteilen an staatlichen Unternehmen besichert werden können und damit die Kreditwürdigkeit der Krisenländer erhöht. Bei einem Ausfall der Anleihen hätten die Geberländer so wenigstens noch etwas für ihr Geld bekommen – und nicht nur leere Versprechungen wie den Fiskalpakt, der wahrscheinlich genausowenig Wert ist wie der ehemalige Stabilitätspakt bei der Einführung des Euro. Die Börsen haben erst einmal mit einem Freudensprung auf den EU-Gipfel reagiert. Mittelfristig dürfte Deutschland der „halbe Umfaller“ von Merkel aber extrem teuer zu stehen kommen.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Aktien-Strategie“. Weitere Informationen zum Börsenbrief finden sie hier.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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