Von Bernd Niquet
Ich weiß, ich weiß, ich weiß, Griechenland hat sich fahrlässig verhalten, hat getrickst, hat weit über seine Verhältnisse gelebt, besitzt ein ineffizientes Steuersystem, und der Euro ist ein verwundbares Gebilde und gibt seinen Mitgliedsländern keinerlei Möglichkeit, durch Abwertungen der heimischen Währung ihre Position wieder zu verbessern. Ja, die Szenarien, die die Euro-Gegner stets beschworen haben, treffen jetzt ein.
Und dennoch: Gab es und gibt es eine Alternative zum Euro? Ich denke, man muss diese Frage weiter fassen: Gibt es eine Alternative zu den Vereinigten Staaten von Europa?
Richtet man von diesem Ausgangspunkt aus den Blick auf die gegenwärtige Finanzkrise, ergibt sich plötzlich ein völlig neues Bild: Denn sind es nicht anglo-amerikanische Spekulanten, die derzeit auf die schwachen Glieder des neuen Europas aus allen Rohren feuern? Und seit dieser Woche bedienen sie sich hierzu auch noch der großen heimischen Rating-Agenturen. Was für eine schmierige Ferkelei eigentlich, um es einmal noch freundlich auszudrücken.
Handelt es sich hierbei nicht vielmehr um nichts anderes als einen Weltkrieg, der derzeit in den internationalen Finanzmärkten ausgetragen wird? Die Vereinigten Staaten und das Vereinte Königreich in ihrem letzten großen Kampf um die weltweite wirtschaftliche Hegemonialmacht?
Wenn „Standard & Poor´s“ griechische Anleihen auf „Ramschstatus“ setzt, dann ist das in etwa so, als würde die russische Finanzbehörde zum Arbeitgeber des US-Atomapparates werden.
Moralisch zwielichtige Geister wie George Soros mitsamt ihren alliierten Hedgefonds haben in der ersten Angriffswelle die südeuropäischen Stellungen sturmreif geschossen, denn sie konnten sich der nachfolgenden Panzerdivision durchaus sicher sein. Niemand wird überzeugend behaupten können, dass die Spekulationsangriffe und die Herabstufungen durch die mächtigen Rating-Agenturen nicht eine abgesprochene Sache war.
Komisch, dass niemand dagegen auf die Pleite der USA setzt, deren Verschuldung letztlich um ein Vielfaches derjenigen von Europa gestiegen ist. Komisch, wirklich komisch. Vielleicht dürfen die Rating-Agenturen, die ja in den vergangenen Jahren durchweg betrügerisch Ramschanleihen des Hypothekenmarktes die besten Noten gegeben haben, überhaupt nur dadurch weiter existieren, weil sie jetzt dem Vaterland mit der umgedrehten Strategie einen Dienst leisten?
Die Finanzkrise ist also keineswegs abgehakt; sie ist brandaktuell. In diesem Zusammenhang darf ich Sie denn auch auf mein neues Buch aufmerksam machen, das gerade in diesen Tagen erscheint und in einer großen Reise durch die vergangenen Jahre meine aktuelle ultimative Erfolgsstrategie erläutert: „Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte“.
Mehr dazu in der nächsten Woche, aber bestellbar bereits heute bei Amazon sowie in jeder Buchhandlung (Bernd Niquet, Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte, Eine Collage, Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0).
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
************ AKTUELLE NEUERSCHEINUNG 2010 *************
BESTIMMT EINES DER INTERESSANTESTEN BÜCHER ZUM THEMA:
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
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