Von Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnete bei 1.2725 US-Dollar, nachdem am Vortag im europäischen Handel Tiefstkurse bei 1.2667 als auch Höchstkurse bei 1.2764 markiert wurden. Der Dollar stellt sich gegenüber dem Yen auf 84.75. In der Folge notiert Euro-Yen bei 107.85, während Euro-Franken bei 1.3040 oszilliert. Die Geldmenge M-3 der Eurozone legte im Juli um 0,2% zu. Damit stellt sich der zweite Anstieg in Folge ein. Diese Entwicklung darf als Ausdruck der veränderten Konjunkturlage interpretiert werden. Es ist aber eben nur eine sehr zarte Tendenz, die schlußendlich auch Ausdruck der Disparität innerhalb der Eurozone ist.
Bedeutender als die Geldmengenentwicklung ist die Tendenz der Kreditvergabe an den privaten Sektor. Hier kam es zu einem Anstieg im Jahresvergleich um 0,9% nach zuvor 0,5%. Die Entwicklung der Kreditvergabe an den Privatsektor tendiert seit Oktober 2009 ausgehend von -0,8% nachhaltig positiv. Diese Tendenz darf als Beleg der konjunkturellen Gesundung interpretiert werden.
Die US-Arbeitslosenerstanträge lieferten eine positive Überraschung. In der Berichtswoche per 21.08. kam es zu einem Rückgang von revidiert 504.000 auf 473.000 Erstanträge. Die Prognose lag bei 490.000. Erschütterte der Anstieg auf 504.000 in der Vorwoche noch die Aktienmärkte und den Euro (weil es US-Daten sind …), wurde gestern diese positive Tendenz von den Märkten sportlich ignoriert. Der Markt pflegt seinen skeptischen Bias.
Der „Kansas City Fed Manufacturing Index” sank per Berichtsmonat August deutlich von zuvor +14 auf 0 Punkte im Produktionsindex ab. Hier stellte sich der niedrigste Wert seit August 2009 ein. Der Auftragsindex kollabierte von +9 auf -13 Zähler. Der Beschäftigungsindex verlor von +5 auf -2 Punkte. Hier kommt es zu einer veritablen Abkühlung, die für die Veröffentlichung des ISM Index per August eine negative Tendenz gegenüber dem Vormonatswert wahrscheinlicher werden läßt.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung bezüglich Euro-Dollar favorisiert. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1.2500 – 1.2930 eröffnet neue Dynamik.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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