Von Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnete bei 1,2725 US-Dollar, nachdem in der Nacht Höchstkurse im Bereich von 1,2765 Dollar gehandelt wurden. Euro/Yen liegt bei 112,15, Dollar/Yen bei 88,10. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Juni etwas stärker zurückgegangen (-0,5%) als erwartet (- 0,2%). Die an dieser Stelle häufig geäußerten Zweifel an Amerikas Aufschwung werden durch derartige Zahlen bestätigt. Dies sollte sich irgendwann auch auf Euro/Dollar auswirken. Zur Zeit scheint nur die Schuldenkrise in der Eurozone zu existieren. Dies wird sich meiner Meinung nach in Zukunft ändern. An dieser Stelle ist allerdings etwas Geduld gefragt.
Am Mittwochabend wurde das Fed-Protokoll der Juni-Sitzung veröffentlicht. Es gab Diskussionen, ob eine weitere Lockerung der Geldmarktpolitik nötig ist, sollte sich der weitere Ausblick deutlich verschlechtern. Zudem wurde betont, dass die Konjunkturerholung wahrscheinlich stark genug ist, um die Arbeitslosigkeit zu senken – dennoch wird sie als „langsamer als erwartet“ bezeichnet.
Die Zahlen von heute kommen ausschließlich aus den USA. Das Interesse liegt hier insbesondere auf der Industrieproduktion, auf dem Empire State Manufacturing Survey und auf dem Philadelphia Fed Survey.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.2140 – 1.2170 neutralisiert den positiven Bias.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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