Von Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnete bei 1,2700 US-Dollar. Die in der Nacht gehandelte Bandbreite war relativ gering. Euro/Yen ist fest (113,00), Dollar/Yen liegt bei 98,00. Moody`s hat am Dienstag die Kreditwürdigkeit von Portugal um zwei Notenschritte auf A1 heruntergestuft. Dies brachte Euro/Dollar am Vormittag zunächst unter Druck. Im Tagesverlauf stabilisierte sich der Kurs wieder. Auch weil Griechenland sich erstmals seit Etablierung des europäischen Rettungsschirmes wieder an den Kapitalmarkt getraut hat. Griechenland lieh sich insgesamt 1,625 Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 4,65 Prozent. Die Auktion war 3,64-fach überzeichnet. Damit werden die erzielten Sparerfolge Griechenlands am Markt belohnt.
Am Dienstag wurde zudem der ZEW-Indikator veröffentlicht. Mit einem Rückfall auf 21,2 Punkten (Vormonat 28,7 Punkte) fiel der Ausblick auf die kommenden sechs Monate enttäuschend aus. Deutlich besser eingeschätzt wurde dagegen die aktuelle Situation: mit 14,6 ist dieser Teilindex das erste Mal seit Juli 2008 wieder im positiven Bereich. Die nach Einschätzung der befragten Experten schlechteren Zukunftsaussichten dürften insbesondere auf die Sparpakete in vielen Ländern zurückzuführen sein. Das derzeitige Konjunkturtempo ist nicht zu halten – dies dürfte die Hauptaussage der Zahlen sein.
Interessant war noch das amerikanische Außenhandelsdefizit. Es stieg im Mai auf 42,27 Milliarden Dollar (Prognose: 39 Milliarden Dolar). Dies ist der größte Fehlbetrag seit November 2008. Insbesondere die amerikanischen Importe aus China stiegen stark an (+12,1 % gegenüber dem Vormonat).
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.2140 – 1.2170 neutralisiert den positiven Bias.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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