Von Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnete bei 1.3765 US-Dollar, nachdem im asiatischen Handel Höchstkurse bei 1.3781 markiert wurden. Der Dollar stellt sich gegenüber dem Yen auf 90.35 In der Folge notiert Euro-Yen bei 124.35 während Euro-Franken bei 1.4680 oszilliert. Hoenig (Fed Kansas City) sagte, daß Ausgabenkürzungen und Einnahmeerhöhungen notwendig seien, um den Weg in Richtung eines nachhaltigen Wachstums verbunden mit Preisstabilität einzuschlagen. Die USA riskierten ansonsten, die Bühne für die nächste Krise aufzubauen, sofern Reformen an dem Steuer- und Ausgabenprogrammen ausblieben. Der aktuelle Ausblick auf die Fiskalpolitik stelle eine Bedrohung für die Fähigkeit der Fed dar, Preisstabilität und nachhaltiges Wachstum zu forcieren. Die Fed sei durch die Ankaufprogramme zu nahe an der Politik. Man müsse diese Aktiva zügig aus den Büchern der Fed entfernen, um die Unabhängigkeit der Fed nicht zu gefährden.
Hoenig übt sich in klaren Worten, die Licht auf die ordnungspolitischen Schwächen in den USA werfen. Hier ist Handlungsbedarf gegeben, um Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Seine Einlassungen belegen übrigens auch, daß das Defizitproblem in den USA im Gegensatz zu der Eurozone unadressiert bleibt. Wir freuen uns, mit unserer im Forex Report und Treasury Aktuell deutlich geäußerten kritischen Sichtweise bezüglich dieser Thematik, die allzu lange vom Devisenmarkt ignoriert wurde, prominenten Zulauf zu erhalten!
Der deutsche ZEW-Sentimentindex sank per Februar und setzte dennoch positive Akzente, da die Amplitude weniger stark ausgeprägt war, als von Marktbeobachtern unterstellt. Der Sentimentindex sank von zuvor 47,2 auf „nur“ 45,1 Punkte Die Prognose lag bei 42,0 Zählern. Die Bewertung der aktuellen Situation verbesserte sich von -56,6 auf -54,8 Punkte.
Der NY-Fed Manufacturing Index war per Februar seinem „volatilem“ Ruf treu. Der Index glänzte mit einem unerwarteten Anstieg von 15,9 auf 24,9 Punkte. Die Prognose war bei 17,00 Punkten angesiedelt. Die Subindizes lieferten ein gemischtes Bild und konterkarierten damit die Aussagekraft in Teilen. So sank der Auftragsindex deutlich von 20,5 auf 8,8 Punkte. Dagegen legte der Beschäftigungsindex von 4,0 auf 5,6 Punkte zu.
Die TIC-Kapitalzuflüsse stellten sich per Dezember auf 63,3 Milliarden nach zuvor 126,4 Milliarden Dollar. Wir nehmen diese Zahlen unter dem Verweis, daß es sich hier nur um eine Teilmenge der Kapitalbilanz handelt, zur Kenntnis. Der „NAHB-Housing Market Index” (Frühindikator US-Wohnimmobilienmarkt) per Februar legte in der Berichtswoche von zuvor 15 auf 17 Punkte zu. Die Prognose war bei 16 Punkten angesiedelt. Zu diesem Thema passen die Einlassungen von S&P. S&P erwartet, daß es bis zu weitere 33 Monate dauern werde, um das Problem am US-Hypothekenmarkt zu neutralisieren. S&P bezeichnet diese Prognose als konservativ. Die zwischenzeitliche preisliche Erholung am Wohnimmobilienmarkt klassifiziert S&P als temporär ein. Diese Bewertung deutet somit in Richtung einer Fortsetzung der Bodenbildung, aber nicht in Richtung einer nennenswerten Trendwende.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3500 – 30 neutralisiert den positiven Bias des Euro.
Folker Hellmeyer ist Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank.
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