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Millionen Menschen verschwunden

Donnerstag, 18. August 2022 um 08:34

Von Bernd Niquet

Wo sind eigentlich alle die Menschen hin, die vor Corona die Jobs gemacht haben, für die sich heute niemand findet, in den Restaurants, in den Hotels, auf den Flughäfen und eigentlich beinahe überall?

Wenn irgendein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen in unserem Land verschwunden sind, ist davon sicherlich zu Recht die Presse voll. Doch von diesem Thema lese ich eigentlich nichts, gar nichts.

Okay, manche Arbeitnehmer sind zu Lieferdiensten gewechselt, das erklärt einen Teil. Es bleiben aber dennoch Millionen Verschwundene. Denn in Hartz IV, da sind sie nicht. Also bitte wo, wo sind sie geblieben?

Es gibt natürlich überall die merkwürdigsten Definitionen und Abgrenzungen, vielleicht also auch hier?

Der Rhein zum Beispiel hat derzeit einen Pegelstand von Null. Wenn die Badewanne leer ist, ist sie leer, das versteht jeder. Doch beim Rhein können tatsächlich beim Pegelstand von Null noch Schiffe fahren. Vielleicht liegen dort die ganzen vermissten Menschen?

Oder wir alle leben in einem Yellow Submarine, in einem Meer der Löcher. Das trifft auf jeden Fall zu, denke ich, erklärt jedoch die verschwundenen Menschen nicht.

Diese Woche habe ich eine erste Spur gefunden, bei meiner Friseurin, die auch sonst scheinbar alles weiß. Erstaunlich, wie groß die Fehlbesetzungen in unserem Land oft sind.

Ich stelle ihr ebenfalls meine Frage, wie ich sie allen gestellt habe, denen ich begegnet bin, und sie hatte als Einzige eine Antwort.

Sie kommt auf den Anstieg des Mindestlohns zu sprechen, den es jetzt gegeben hat, und den Sprung, der noch kommen wird. Und dass Aldi und Lidl sogar freiwillig 14 anstelle von 12 Euro zahlen werden.

Dort sitzen die jetzt an der Kasse, sagt sie. Aber weil die Gehälter steigen, kontere ich, werden ja nicht mehr Kassen aufgestellt.

Doch sie meint: Viele Leute werden von nun an sicherlich im Rahmen der Work-Life-Balance kürzer arbeiten. Und dann müssen mehr Leute eingestellt werden.

Die Frage ist allerdings, überlege ich mir, ob dafür die Verdienste nicht weiterhin zu niedrig sind. Denn bei solchen Beträgen ist nichts mit Work-Life-Balance, da heißt es entweder voll arbeiten oder Stütze.

Ich weiß daher nicht, ob das die Erklärung ist, es ist aber auf jeden Fall eine Erklärung. Und in den USA wird ja beobachtet, dass viele Menschen sich komplett aus dem Berufsleben zurückgezogen haben und jetzt von ihren Ersparnissen leben.

Das heißt also wohl, die Babyboomer, die es sich leisten können, sagen Adios, macht doch euer Zeug allein. Sollen die Jobs doch die Zuwanderer machen. Doch wollen wir das eigentlich? Und von den Facharbeitern will ich hier lieber gar nicht reden, denn das wird eine Katastrophe.

Vielleicht hat ja auch König Olaf, der Erste, der ja von der Justiz nicht mehr belangt werden kann, die Millionen anstelle der nicht vorhandenen Panzer in die Ukraine geschickt?

Die Zukunft wird also auf jeden Fall spannend und vor allem prekär. Und es ist erstaunlich, wie sich unsere Wirtschaftsrelationen derzeit komplett umdrehen:

Bis vor kurzem noch waren Jobs Mangelware, Energie jedoch im Überfluss zu bekommen. Heute ist es genau umgedreht, Energie ist Bückware und Jobs gibt es an jeder Ecke.

Es ist ein bisschen wie damals mit den Negativzinsen. Nur dass heute nicht die Zinsen das Negativum sind.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SIEBENTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2021, 635 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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In Kleists Drama "Penthesilea" geht es um den Konflikt zwischen einem gefühlsintensiven Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung, die diesen Gefühlen entgegensteht. Penthesilea, die Königin der Amazonen, erobert im Kampf Männer, um sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mitzunehmen. Nach vollzogenem Zeugungsakt entlässt sie die Männer wieder in die Freiheit. Nur ihrem Geliebten stellt sie nach, was diesen letztlich sein Leben kostet. Kann es sein, dass ich in meinem Leben mehrmals nur haarscharf an vielem aus dieser Tragödie vorbeigeschrappt bin? Und dann ist ja auch noch Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist nur unweit meiner Wohnung freiwillig aus dem Leben geschieden.

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am wunderschönen grünen Rand seiner ansonsten mittlerweile ungeliebten Heimat Berlin. Die vorangegangenen sechs Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019 und 2020.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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