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Sind wir noch bei Verstand?

Donnerstag, 28. Juli 2022 um 10:33

Von Bernd Niquet

Es wird interessant werden, wenn die Meinungsdiktatur, die uns gerade wieder einmal beherrscht, irgendwann vorbei ist, so oder so, und dann die Historiker über die heutige Gegenwart urteilen.

Denn wir führen heute ja faktisch einen Krieg gegen Russland, verfügen jedoch gar nicht über die Mittel dazu. Vielleicht über die an Waffen, doch wir hängen komplett mit unserer Energieversorgung an der Macht, die wir zu vernichten trachten. Wie ein Baby an der Nabelschnur.

Wir versuchen, Russland zu vernichten, wollen aber gleichzeitig, dass dieses Russland uns weiter mit Gas beliefert. Wie konnte es dazu kommen? Ist das eigentlich ein vernünftiges Verhalten unsererseits?

Und ob es der Ukraine helfen wird, wenn wir wirtschaftlichen Selbstmord begehen, was man von uns ja von dieser Seite immer wieder verlangt? Dass wir dann nicht nur frieren müssen, sondern große Teile unserer Industrie dichtmachen müssen?

Ich wundere mich eigentlich über jeden Tag, an dem Russland uns überhaupt noch Gas schickt. Warum tun sie das? Vielleicht besteht genau hier ja die Verbindung zu der inneren Verweigerungshaltung unserer Offiziellen, Waffen zu liefern?

Ich kenne natürlich die Situation und weiß, dass vorher alle Verhandlungen nichts gebracht haben. Als geborener West-Berliner ist mir das eine sehr vertraute Situation.

Doch irgendwie haben wir hier in und um Berlin herum doch alle im Großen und Ganzen die Trennung überlebt und auch während der Trennung ein Leben leben können. Wäre es Deutschland besser gegangen, wenn man damals das Land in Schutt und Asche gelegt hätte wie heute die Ukraine? Ich habe da große Zweifel.

Und ich muss heute einmal etwas aussprechen, was man ja eigentlich heute gar nicht aussprechen darf, aber ist diese Strategie des Herrn Selenskyj wirklich tragbar?

Ich war ja am Anfang sehr dafür, doch jetzt von einer Rückeroberung der besetzten Gebiete zu reden, sogar von der Krim, da kommen wirklich ganz ungute Assoziationen in mir auf.

Und dafür sollen wir also unsere Wirtschaft opfern und dafür soll die Welt in Hunger gestürzt werden? Geht es nicht eine Nummer kleiner und etwas bescheidener?

Ich denke, so, wie es jetzt läuft, geht das auf jeden Fall nicht weiter. Das ist doch kompletter Irrsinn. Das ist Starrsinn, auch von unserer Seite.

Wir haben doch gesehen, dass unsere Sanktionen so gut wie nichts bewirken. Denn das Gas, das Öl und die Kohle, die wir den Russen nicht mehr abnehmen, kaufen andere sehr gerne, mit Kusshand sogar, und mit China und Indien sogar die beiden größten Länder der Welt mit dem größten Hunger auf Energie.

Und dass wir den Industriestandort Deutschland mit Wind- und Solarenergie betreiben wollen, ist doch wohl Satire, oder? Im Grunde haben die Grünen jetzt einen Januskopf. Einerseits sind sie von echter Sorge getrieben, andererseits haben sie heute genau das erreicht, was sie immer schon wollten, uns nämlich zu verbieten, fossile Energie zu nutzen.

Ich denke, es gibt zu einem Verhandlungsfrieden mit Russland keine Alternative. Und ich erschrecke darüber, dass sich niemand Gedanken darüber zu machen scheint, wie die Welt aussehen soll, wenn eine der beiden Seiten, Russland oder die Ukraine, diesen Krieg gewonnen hat.

Genauso wie sich vorher anscheinend niemand Gedanken darüber gemacht hat, dass uns dieser Krieg selbst durchaus strangulieren könnte.

Was ist denn, wenn die Ukrainer tatsächlich gewinnen und die Russen aus dem Land treiben. Werden die sich dann als faire Verlierer erweisen? Wohl kaum. Und umgekehrt, wenn die Russen gewinnen und es kein Friedensabkommen gibt, was ist denn dann?

Irgendwie habe ich den Eindruck, nicht nur Putin, sondern auch wir sind nicht mehr ganz bei Verstand.

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SIEBENTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2021, 635 Seiten, 22 Euro

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In Kleists Drama "Penthesilea" geht es um den Konflikt zwischen einem gefühlsintensiven Individuum und der gesellschaftlichen Ordnung, die diesen Gefühlen entgegensteht. Penthesilea, die Königin der Amazonen, erobert im Kampf Männer, um sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mitzunehmen. Nach vollzogenem Zeugungsakt entlässt sie die Männer wieder in die Freiheit. Nur ihrem Geliebten stellt sie nach, was diesen letztlich sein Leben kostet. Kann es sein, dass ich in meinem Leben mehrmals nur haarscharf an vielem aus dieser Tragödie vorbeigeschrappt bin? Und dann ist ja auch noch Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist nur unweit meiner Wohnung freiwillig aus dem Leben geschieden.

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und wohnt am wunderschönen grünen Rand seiner ansonsten mittlerweile ungeliebten Heimat Berlin. Die vorangegangenen sechs Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013 sowie 2018, 2019 und 2020.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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