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Betreutes Leben für alle

Donnerstag, 25. Februar 2021 um 13:22

Von Bernd Niquet

Konkret auf die Idee gekommen bin ich, als an dem eisigen Wochenende bei uns in Berlin die Polizei mit Hubschraubern die Spaziergänger und Eishockeyspieler von den Seen vertrieben hat, weil das Eis nicht stabil genug war.

Da habe ich mich gefragt: Wie ist das eigentlich früher gewesen? So weit ich mich erinnere, gab es da nämlich die Seen auch schon, und wenn ich mich nicht ganz irre, sind sie auch manchmal zugefroren und wir waren dann Eishockey spielen.

Vollkommen sicher bin ich mir jedoch, dass es damals keine Hubschrauber gab, die über die Seen geflogen sind. Wie haben wir so eigentlich überhaupt überlebt?

Oder noch konkreter gefragt: Waren die Menschen damals klüger als heute? Und wenn ja, dann welche, die unten im Bereich der Seen oder die Hubschrauber-Hypereltern?

Ich denke zum Beispiel an die Eiszeit in Berlin, die zwölf Monate vom 1. März 1962 bis 28. Februar 1963, das war die größte Kälteperiode seit 223 Jahren. Und auch die Pandemien von 1957 und 1968 mit jeweils einer Million Toten weltweit.

Tja, warum sind wir damals nicht ausgestorben ohne die tätige Hilfe des Staates von heute? Ich denke, es lag daran, dass damals sowohl das Wohlergehen als auch die Überwindung von Gefahren im weitesten Sinne Privatangelegenheit waren.

Wenn die Kuh zu weit aufs Eis geht, dann bricht sie halt ein. C´est la vie. Heute jedoch rettet man jede Kuh per Hubschrauber. C'est ça la différence. Denn wer sich damals nicht schützte, für den sah es schlecht aus.

Heute ist das hingegen völlig anders. Heute macht jeder, was er will, und wenn es schief geht, kommen der Hubschrauber und der Krankenwagen. Und die Rechnung geht an die Gemeinschaft.

Heute leben alle Menschen in diesem Land ein Leben wie früher die Alten, ein betreutes Leben. Mittlerweile ist das sogar ein Begriff, den man groß schreibt: Betreutes Leben. Das heißt, es ist immer jemand da, wenn es schief geht. Eigentlich ist das wunderbar, doch es führt natürlich zu Verwerfungen, die die Ökonomen moral hazard, moralisches Risiko nennen. Und was die Autofahrer auch kennen.

Das heißt, man geht Risiken ein, die man eigentlich nicht eingehen sollte, doch man weiß ja, Vater Staat zieht einen aus dem Graben heraus. Und plötzlich sind dann alle infiziert.

Wüsste man bei Corona, dass einem niemand hilft, bräuchten wir keinen Lockdown. Ob das erstrebenswert ist, ist eine andere Frage. Doch beim Gegenteil gilt das Gleiche.

In Berlin gibt es heute ja auch bereits ein Betreutes Wohnen für alle. Als Sonderform des Betreuten Lebens. Es nennt sich Mietbremse. Das bedeutet, dass der Mieter weniger als vorher für seine Wohnung bezahlen muss und die Kosten dafür auf die Gemeinschaft umgelegt werden.

Auch hier gibt es ein moralisches Risiko, weil früher ehrbare Bürger dadurch zu Kriminellen werden. Denn um überhaupt eine neue Wohnung zu finden, muss heute das, was früher offiziell gezahlt wurde, schwarz und unter der Hand hinübergereicht werden. Eine staatliche verordnete Mafiaisierung also.

Die Diskussionen darüber erübrigen sich allerdings in Gänze. Denn wir haben uns schließlich längst entschieden: Von der Wiege bis an die Bahre, Vater Staat ist das einzig Wahre.

Und jetzt bitte alle die Internationale anstimmen: Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht!

 

Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet

 

******* Von Bernd Niquet ist ein n e u e s Buch erschienen *******

Bernd Niquet, „Jenseits des Geldes. SECHSTER TEIL“, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2020, 621 Seiten, 22 Euro

Am besten portofrei direkt beim Verlag bestellen: www.engelsdorfer-verlag.de

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Bernd Niquet und seine Tagebücher: „Der wirkliche Donnerschlag kommt dann mit Verzögerung. Auch braucht mein Inneres einige Zeit, um ihn zu realisieren. Doch als die Dinge dann klar sind und in mir sacken, mache ich etwas, was ich vorher beim Tagebuchschreiben noch niemals gemacht habe. Ich unterstreiche die wichtigen Passagen nicht wie sonst mit meiner blauen Tinte, sondern mit schwarzem Filzstift. Einunddreißig Jahre schreibe ich mittlerweile Tagebuch, das zeigt die Dimension. Hinterher bin ich selbst erschrocken. Das Tagebuch sieht jetzt aus, als sei jemand gestorben. Und in meinem Inneren fühlt es sich auch tatsächlich so an.“

Bernd Niquet ist Jahrgang 1956 und lebt in einem ruhigen Außenbezirk von Berlin. Die vorangegangenen fünf Teile von „Jenseits des Geldes“ sind ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen und zwar in den Jahren 2011, 2012, 2013, 2018 und 2019.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

 

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