Von Bernd Niquet
Jetzt hat die Finanzkrise auch Warren Buffett erreicht, konnten wir vor kurzem lesen. Seine Berkshire Hathaway Aktiengesellschaft machte die ersten Verluste seit langen Jahren. Oh weh, es bleibt also niemand von der heftigen Krise verschont.
Interessant ist, wie diese Verlust zustande gekommen sind: Buffett hat eine 37-Milliarden-Dollar-Wette abgeschlossen, dass die Aktien in 15 bis 20 Jahren höher stehen werden als bei 13.000 Punkten im Dow Jones. Und dieser Kontrakt ist jetzt natürlich wertzuberichtigen – analog zu den aktuellen Marktpreisen. Das Risiko ist dem neuen Wert anzupassen.
Interessant ist daran Zweierlei: Etwa 4,85 Milliarden Cash hat Buffett für dieses Geschäft sofort bekommen. Er hat also einen „naked put“ verkauft. 4,85 Milliarden in Cash für die Übernahme eines Risikos, das erst in mehr als 15 Jahren aktuell wird. Wahnsinnige Geschichten, die es an den Märkten selbst in seriösen Bereichen gibt.
Muss er sich deshalb nun Sorgen machen? Ich bleibe als einer seiner Aktionäre völlig ruhig. Vor allem: Hätte Buffett in Hypothekenanleihen gespielt, für die es jetzt keinen rechten Markt mehr gibt, hätte er nichts wertberichtigen müssen. Hat er aber nicht!
Und die Moral von der Geschicht? In den heutigen Zeiten könnte es durchaus die Regel sein, dass die Seriösen nach außen hin schlechter dastehen als die Unseriösen. Leichen im Keller zu haben, ist zum Massenphänomen geworden. Sie hingegen zu zeigen, könnte durchaus die Ausnahme sein. Man sollte sein Investment also ganz auf Personen und nicht mehr auf die Zahlen abstellen.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
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Bernd Niquet, Der MADchester-Kapitalismus. Das Buch zur Krise, München 2008, 143 Seiten. 12 Euro, ISBN 978-3-937200-49-1.
Leseprobe: „Bis vor Kurzem ist ja noch immer alles gut gegangen. Alle Krisen haben wir hervorragend überstanden. Doch während die Arbeiten zu diesem Buch abgeschlossen werden, hat gerade die letzte deutsche Großbank ihre Auszahlungen gestoppt. Was nun kommt, ist völlig offen. Wir betreten historisches Neuland. Die Situation ist besorgniserregend. Die Regierungen und Notenbanken weltweit tagen fieberhaft. Immer wieder ist von so einer Situation geredet worden, doch niemand hat geglaubt, dass so etwas tatsächlich passieren könnte. Entsprechend unvorbereitet ist man."
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