Von Bernd Niquet
„Das ist der Selbstmord des Kapitalismus“, sagt die kleine graue Feldmaus, die mich am frühen Morgen schon aus dem noch nachtfeuchten Rasen anblickt. Ich frage nach und sie meint zweifelsohne die staatliche Übernahme der beiden Hypothekenbankriesen in den USA. Ich staune über den Informationsstand, den Weitblick und die Einschätzungsgabe, die selbst kleine graue Feldmäuse bei uns schon haben.
„Aber für einen Selbstmord leben wir doch eigentlich ganz gut“, wende ich ein und denke an den goldenen Mausekäfig und das goldene Laufrad und all die schönen Dinge, die hier bereit stehen, aber noch nie betreten worden sind. Wenn ein Selbstmord so aussieht, dann ist ein Selbstmord vielleicht wirklich die beste Lebenslösung, denke ich. Was man doch von kleinen grauen Feldmäusen so alles lernen kann.
Doch dann gesellt sich das kleine Mädchen zu uns und fragt: „Muss man eigentlich die Augen zu machen, wenn man tot ist?“ Diese Frage verblüfft uns beide jedoch dermaßen, dass selbst die kleine graue Feldmaus keine Antwort darauf findet.
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Bernd Niquet, Der MADchester-Kapitalismus. Das Buch zur Krise, München 2008, 143 Seiten. 12 Euro, ISBN 978-3-937200-49-1. Jetzt hier bestellen.









