Von Bernd Niquet
Leider kann ich heute zum Thema der (steuerlichen) Modalitäten des Umtauschs der Argentinien-Anleihen keine Lösung anbieten. Meine Bank hat es vorgezogen, auf meine Anfrage hin nicht zurückzurufen. (Und ich habe vergessen, noch einmal nachzuhaken.)
Einige Leser berichten mir von einer gänzlichen Undurchsichtigkeit des Umtauschprogramms und der Besteuerung. Anscheinend hat hier jede Bank etwas anderes gemacht. Niemand scheint also genau zu wissen, was eigentlich los ist. Aber das ist ja mittlerweile ein normales Gefühl an den Finanzmärkten.
Zu allem Überfluss bekomme ich jetzt auch noch ein öffentliches Kaufangebot für den Zinsanspruch meiner nicht getauschten Anleihen. Hier will die Deutsche Balaton AG pro 117,50 DM Zinsanspruch 3 DM bezahlen, aber nur bis zu einem Kaufpreisvolumen von 500.000 DM.
Ich bin gespannt, wann sich zu diesem Thema auch noch die Augsburger Puppenkiste bei mir melden wird.
Apropos: Der größte Verlust von allem ist ja, dass es die Monty Python Komikertruppe nicht mehr gibt. Denn ständig finde ich neues Futter für sie. Gerade habe ich ein Buch über den Untergang der Hypo Real Estate gelesen. Es ist das einzige Buch, was es zu diesem Thema gibt (Heber, F., HRE – Anatomie des Abstiegs).
Zu den Gründen der Schieflage der Bank findet sich nur die Bemerkung, dass „der täglich zu finanzierende „Schneeball“ immer größer werde.“ Das ist natürlich äußerst instruktiv. Ein anderer schöner Satz ist: „Stünde bis dahin keine Lösung, bricht aufgrund der Ad Hoc-Mitteilungspflicht der HRE alles zusammen.“
Und mein Lieblingssatz lautet: „Unter subjektiven Gesichtspunkten lässt sich mit heutigem Wissenstand festhalten, dass die noch immer andauernde Finanzkrise ihren Ursprung im US-Immobilienmarkt /US-Subprime Markt) hatte.“ Meine Güte, was hätte man daraus für ein Sketch machen können!
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
… AUCH IM HERBST IMMER NOCH AKTUELL: DIE FINANZKRISE!
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
Einige prominente Stimmen zum Buch:
„Es hat mir die Augen geöffnet.“ Bernard L. Madoff
„Ich schreibe seitdem ein eigenes Buch.“ Jérôme Kerviel
„Wir sind noch gar nicht tot.“ Richard Fuld
„Ich auch nicht.“ Bernard Cornfeld
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