Von Bernd Niquet
Zum Ende des Sommers kommt in Frankreich der neue Roman von Michel Houellebecq heraus. Ich freue mich schon sehr, doch mit der deutschen Übersetzung wird es wieder dauern wie im Postkutschenzeitalter.
Houellebecq ist ein glänzender Ökonom, der das Wesen eines freien Marktsystems haargenau begriffen hat. Zur Illustration hierzu eine Passage aus seinem ersten und immer noch besten Roman „Ausweitung der Kampfzone“:
„Wie der Wirtschaftsliberalismus erzeugt der sexuelle Liberalismus Phänomene absoluter Pauperisierung. Manche haben täglich Geschlechtsverkehr; andere fünf oder sechs Mal im Leben oder überhaupt nie. Manche treiben es mit hundert Frauen, andere mit keiner. Das nennt man das „Marktgesetz“. In einem Wirtschaftssystem, in dem Entlassungen verboten sind, findet ein jeder recht oder schlecht seinen Platz. In einem sexuellen System, in dem Ehebruch verboten ist, findet ein jeder recht oder schlecht seinen Bettgenossen. Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone.“
Sind das nicht wunderbare, erbauende Urlaubsgedanken?
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
… UND ALS STRANDLEKTÜRE FÜR DEN URLAUB:
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
Einige prominente Stimmen zum Buch:
„Es hat mir die Augen geöffnet.“ Bernard L. Madoff
„Ich schreibe seitdem ein eigenes Buch.“ Jérôme Kerviel
„Wir sind noch gar nicht tot.“ Richard Fuld
„Ich auch nicht.“ Bernard Cornfeld
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