Von Bernd Niquet
Nicht nur die Tatsachen werden heute immer verrückter, ganz besonders die Meinungen zu den Tatsachen sprengen mittlerweile jeden Rahmen. Hatte der alte Grieche Epiktet noch geschrieben „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von ihnen haben“, kann man heute von Beunruhigungen schon nicht mehr sprechen, sondern nur noch vom Verstand-Verlieren.
So schafft es doch in der vergangenen Woche die öffentlich-rechtliche „Tagesschau“ tatsächlich, innerhalb einer einzigen (!) fünfzehnminütigen Sendung zwei diametral entgegengesetzte und sich in Gänze widersprechende Deutungen zur Erklärung gewisser Phänomene heranzuziehen.
Zuerst wird eine Studie zitiert, nach der die Anleger, die Deutschen oder sonstwer sich vor den hohen Staatsschulden in Europa fürchten und daher den Euro, die Aktien oder sonstwas verkaufen würden.
Als es anschließend jedoch zu erklären galt, warum derzeit so viel Geld von den Aktien in die Bundesanleihen flösse, was bei näherem Hinsehen jedoch gar nicht zu erklären ist, weil es gar nicht passiert, was jedoch niemand versteht und daher dennoch verzweifelt nach einer Erklärung sucht, ist es plötzlich das Vertrauen der Anleger, das hierfür verantwortlich ist.
Man kann sich eigentlich nur noch vor Lachen winselnd auf dem Boden krümmen. Ich jedenfalls muss bei all dem immer an ein altes Monty Python Buch denken, auf dessen Rückseite sich das fiktive Zitat eines bekannten Zeitgenossen findet, welches da lautet: „I laughed until I stopped.“
Ich lachte bis ich aufgehört habe. Das scheint auch ein gutes Motto für unsere aktuelle Gegenwart darzustellen.
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
************ AKTUELLE NEUERSCHEINUNG 2010 *************
BESTIMMT EINES DER INTERESSANTESTEN BÜCHER ZUM THEMA:
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
Einige prominente Stimmen zum Buch:
„Es hat mir die Augen geöffnet.“ Bernard L. Madoff
„Ich schreibe seitdem ein eigenes Buch.“ Jérôme Kerviel
„Wir sind noch gar nicht tot.“ Richard Fuld
„Ich auch nicht.“ Bernard Cornfeld
Jetzt hier bestellen.









