Von Bernd Niquet
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie wenig die Wirkungsweise der Staatsverschuldung selbst von den Experten verstanden wird. Denn die Staatsverschuldung ist die größte Geldvermehrungsmaschine, die es gibt. Dagegen sind die Notenbanken Waisenknaben.
Nehmen wir an, Sie wollen 1.000 Euro anlegen und kaufen dafür eine neu emittierte Staatsanleihe. Dann ist ihr Geld jetzt beim Staat und Sie haben dafür die Anleihe. Doch es dauert nicht lange, dann ist das Geld über Transfers oder andere Ausgaben wieder zu Ihnen zurück geflossen. Weil Sie Kindergeld bekommen oder Autobahnen bauen. Dann haben Sie für 1.000 Euro die Anleihe und zusätzlich noch einmal 1.000 Euro an neuem Einkommen. Phantastisch, nicht?
Doch hier geht es ja nicht um 1.000 Euro. Der Staat macht in jeder Sekunde bereits 4.481 Euro Schulden, das sind pro Minute 268.860 Euro und in der Stunde 16.131.600. Jeden Tag werden wir alle also alleine durch die Staatsverschuldung um 387 Millionen Euro reicher. Weil wir derart über mehr Vermögen = mehr Geld verfügen, ohne dass sich irgendjemand Gedanken darüber macht, das zurückzuzahlen – vom Bilden von Rückstellungen ganz zu schweigen.
Jetzt versteht man auch, warum es uns trotz Wirtschaftskrise so gut geht. Und warum die Märkte weiter steigen. Sie steigen nicht trotz der Wirtschaftskrise. Sie steigen wegen der Wirtschaftskrise!
Also: Je mehr Wirtschaftskrise, umso reicher werden wir. Die Krise ist tot, es lebe die Krise! Wir wollen unsere Krise wieder haben!
Anregungen oder Kritik bitte an Bernd Niquet.
************ AKTUELLE NEUERSCHEINUNG 2010 *************
BESTIMMT EINES DER INTERESSANTESTEN BÜCHER ZUM THEMA:
Bernd Niquet, "Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte", Leipzig 2010, 465 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86901-830-0.
Einige prominente Stimmen zum Buch:
„Es hat mir die Augen geöffnet.“ Bernard L. Madoff
„Ich schreibe seitdem ein eigenes Buch.“ Jérôme Kerviel
„Wir sind noch gar nicht tot.“ Richard Fuld
„Ich auch nicht.“ Bernard Cornfeld
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