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Inflation am Zenit

Dienstag, 2. September 2008 um 14:57

(Swisscanto) Der rückläufige Treibstoffkonsum in den Industrieländern und das Auflösen spekulativer Rohstoffpositionen stoppten die (Rohstoffpreis-) Inflation. Die Spitze scheint erreicht, womit sich der Spielraum der Nationalbanken wieder etwas ausweitet. Mit der Bondrallye ergeben sich Anpassungen in unserer Bondstrategie.

Bei Betrachtung der Inflationsraten muss es den Notenbank-Chefs Angst und Bange werden: Die Jahresinflation, gemessen am Konsumentenpreisindex (KPI), erreichte in den USA 5,6 Prozent, in Europa 4 Prozent, in Großbritannien 4,4 Prozent und in der Schweiz 3,1 Prozent. Mit diesen Werten bewegt sich die Inflation weit über den von den Notenbanken als komfortabel angesehenen 2 Prozent. Der Inflationsanstieg war jedoch weitgehend von der starken Aufwärtsbewegung der Rohstoffpreise getrieben.

Es ist damit zu rechnen, dass sich die Inflation wieder der Kerninflation nähert und nicht umgekehrt. Damit wird auch die Spitze erreicht sein - und die Inflationsraten werden wieder zurückkommen. Ein anhaltend hohes Inflationsniveau ist nur denkbar, wenn es zu einem erneuten und dauerhaften Anstieg der Rohstoffpreise kommt. Auf Grund der weiter erwarteten Wachstumsabschwächung bewertet Swisscanto dieses Szenario mit einer tiefen Wahrscheinlichkeit. Auch das Risiko der so genannten Zweitrunden-Effekte - die Inflation schlägt auf die Löhne durch und dies wiederum auf die Kerninflation - schätzen wir als gering ein.

Mit dem rückläufigen Treibstoff-Konsum in den Industrieländern und durch das Auflösen spekulativer Rohstoff-Positionen ist die (Rohstoffpreis-)Inflation vorerst gestoppt. Damit erleichtert sich auch die Arbeit der wichtigsten Notenbanken wieder etwas. Sie können sich wieder vermehrt auf die Liquiditätsversorgung des Finanzsystems und auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Wachstumsverlangsamung konzentrieren. Dass dies notwendig ist, zeigt sich daran, dass der Wirtschaftsabschwung nicht nur die USA, sondern auch Europa erreicht hat. Deutschland kann die negativen Wirtschaftsdaten vor allem aus Spanien, Italien und Irland nicht mehr kompensieren. Die Schweiz präsentiert sich dagegen bisher noch ausgesprochen resistent, wie die Einzelhandelszahlen und die Arbeitsmarktdaten zeigen, wird sich der erwarteten globalen wirtschaftlichen Abkühlung aber auch nicht entziehen können. Der Spielraum ist für die SNB begrenzt und wir rechnen mit keiner Zinsänderung.

Änderungen in der Bondstrategie

Der Monat August war geprägt von einer eigentlichen Bondrallye; die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen kamen auf breiter Front zurück. Diese Zinsbewegungen beeinflussen die Bondstrategie für den Monat September. Wir verlängern die Duration in Europa, da wir aufgrund der sich abkühlenden Konjunktur mit einer Zinssenkung durch die EZB rechnen. In der Schweiz verkürzen wir die Duration bei den Franken-Anleihen hingegen leicht und gewichten die Laufzeiten länger als zehn Jahre neu unter und diejenigen unter zehn Jahren neutral. Zudem meiden wir sowohl in den Dollar- als auch in den Yen-Anleihen das ultralange Ende.

Die Aktienstrategie setzt weiterhin auf großkapitalisierte Titel und Wachstumstitel, untergewichtet die teuren kleinkapitalisierten Titel und übergewichtet den nichtzyklischen Detailhandel sowie Pharma- und IT-Titel. Der Kapitalgüterbereich sowie Finanzwerte bleiben untergewichtet. Wir reduzieren das Finanzuntergewicht allerdings stetig durch Zukäufe von Versicherungen (Übergewicht), Brokern und japanischen Banken.

Das Aktienübergewicht von 2 Prozent in der Balanced-Strategie behalten wir bei, da Aktien gegenüber Anleihen, d.h. vor allem gegenüber Staatsanleihen, immer noch attraktiv bewertet sind. Ebenso wird nichts am Untergewicht in den Rohstoffen geändert, da mit der Wirtschaftsabschwächung mit einem weiteren Rückgang vor allem der Energiepreise zu rechnen ist. Und zu guter Letzt setzen wir weiterhin auf Unternehmensanleihen, die wegen hoher Credit-Spreads attraktiv bewertet sind.

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

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