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LEA Fonds DWS

Samstag, 9. August 2008 um 08:15

(Morningstar) Ein erster Blick in die historischen Portfolios wird bei Anlegern ungläubiges Stirnrunzeln auslösen, denn in diesem Fonds tut sich nicht viel. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 wurde nur ein Zehntel des Portfolios ausgetauscht. Der LEA Fonds investiert überwiegend in europäische Mega-Standardwerte, die über einen langen Zeitraum gehalten werden. Nach der Morningstar Style Box gelten Unternehmen ab einer Marktkapitalisierung von rund 25 Milliarden Euro (Siemens, Eon) als Mega Caps.

Nachdem ein quantitativer Filter für eine Vorauswahl gesorgt hat, überprüft Fondsmanager Rybarczyk die rund 100 Unternehmen auf ihre fundamentalen Werte. Dazu kann er sich die Meinung der anderen DWS-Fondsmanager und der hauseigenen Analysten einholen. Er selbst ist auf Schweizer Aktien und Finanzwerte spezialisiert.

Trotz Bottom-Up Ausrichtung kommt der LEA Fonds nicht an Makro-Wetten vorbei: Derzeit hält der Fonds mit 20% ein Drittel mehr an Energiewerten als der Vergleichsindex DJ Stoxx 50. Rybarczyk setzt auf Ölmultis wie die französische Total oder die italienische Eni, die geringen politischen Risiken ausgesetzt sind. Italien macht insgesamt 14% des Portfolios aus und ist stark übergewichtet. Rybarczyk mag italienische Banken wie die Unicredit oder die Intesa Sanpaolo, deren Basis das klassische Sparkassen-Geschäft ist. Die Unicredit gehört mit einem Gewicht von 3% neben der französischen BNP Paribas zu den größten zehn der insgesamt 42 Positionen. Ansonsten sind Finanzwerte unterrepräsentiert. Mit einem guten Weitblick wurden im LEA Fonds seit Anfang 2007 Banken und Versicherungen von 51% auf 18% heruntergefahren.

Von der Telekommunikationsbranche hält sich der Manager fern. Hoher Preisdruck, sinkende Margen und regulatorische Probleme lassen das Quartett aus Telefonica, Deutsche Telekom, Telecom Italia und France Telecom zur Zeit schlecht aussehen. Seine Aufmerksamkeit schenkt er lieber Versorgern wie Eon oder GDF Suez, von denen er im Vergleich zum Stoxx 50 fast dreimal so viele hat (14% im Fonds versus 5% im Index). GDF Suez hat er ins Portfolio geholt, weil er an einen Marktvorteil durch den Zusammenschluss beider Energielieferanten glaubt. Den derzeitigen Kurs von 38 Euro hält er für zu niedrig und sieht das Unternehmen bei einem Preis von 50 Euro pro Aktie als fair bewertet.

Der Fonds macht sich nicht an seiner Benchmark fest und investiert mit Unternehmen wie dem französischen Versorger EDF, dem deutschen Gesundheitskonzern Fresenius oder dem französischen Baukonzern Vinci in benchmarkfremde Werte, die zwischen 40% und 50% des Portfolios ausmachen.

Seit seiner Auflage befindet sich der Fonds durchgehend in der oberen Hälfte seiner Kategorie. In den vergangenen fünf Jahren konnten Anleger 11% pro Jahr verdienen. Benchmark und Kategorie schlägt der Fonds über drei und fünf Jahre. Auch in der gegenwärtigen Baisse zeigt sich der LEA Fonds gegenüber Vergleichsfonds stabiler, da die Kassequote wieder bis auf fast 10% hochgefahren wurde.

Rybarczyk hat das Mandat zwar erst im Oktober 2007 übernommen, vertrat aber vorher schon zeitweilig seinen Vorgänger Nikolaus Pöhlmann. Einen guten Track Record bringt er vom DWS Zürich Invest Aktien Schweiz mit, den er seit 2001 verantwortet.

Wir mögen diesen Fonds wegen seines konservativen Ansatzes. Einzig die Kassequote könnte niedriger sein. In den vergangenen drei Jahren hielt der Fonds im Durchschnitt 6% an Barmitteln. Was die Gebühren betrifft, sucht der Fonds in Deutschland seinesgleichen: nur 0,625 % an Managementgebühren fallen jährlich bei einer TER von 0,72% an. Der LEA Fonds, der für die Pensionskasse der Bayer AG aufgelegt wurde und aktuell 21 Millionen Euro verwaltet, ist für alle Anleger zugänglich. Das Preis-Leistungsverhältnis macht diesen Fonds zu einem der Top-Europa-Investments.

Strategie

Mittels einer Bottom-Up Strategie sollen fundamental günstig gepreiste Unternehmen identifiziert werden. Zunächst wird mit Hilfe der HOLD-Software das europäische Fondsuniversum auf in Frage kommende Titel eingegrenzt. HOLD ist ein Analysesystem von Credit Suisse, mit dem Unternehmen anhand von Kennzahlen auf K.O-Kriterien überprüft werden können. Die rund 100 übrig bleibenden Werte werden genauer auf ihre Fundamentaldaten untersucht. Um die jeweiligen Unternehmen und deren Produkte besser zu verstehen, werden Markteintrittsbarrieren, Wettbewerbsvorteile oder die Möglichkeit einer Preisführerschaft analysiert. Zudem werden Szenarioanalysen durchgespielt. Bevor ein Wert ins Portfolio kommt, wird die Meinung der hauseigenen Buy-Side-Analysten und der Fondsmanager-Kollegen aus dem Europateam eingeholt. (Alexander Ehmann)

Der obige Text spiegelt die Meinung der jeweiligen Autoren wider. Instock übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche rechtliche oder sonstige Ansprüche aus.

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