(Morningstar) In den vergangenen Jahren gab es beim UBS (Lux) Equity Fund Mid Caps Europe mehrere Fondsmanagerwechsel. Normalerweise ist das kein gutes Zeichen. Hier liegt der Fall jedoch anders. Der leitende Fondsmanager ist Pascal Boeuf. Er übernahm den Fonds von Jan Peterhans, der ihn von Herbst 2006 bis Herbst 2007 verantwortete. Vor Peterhans war Thomas Angermann am Ruder. Hier schließt sich der Kreis, denn Angermann ist der Co-Fondsmanager von Boeuf. Pascal Boeuf gehört seit über sechs Jahren zum europäischen Small & Mid Cap Team.
Über drei und fünf Jahre liegt der Fonds nach Rendite im Mittelfeld der Kategorie europäischer Mid Cap Fonds. Als Mid Caps werden nach Morningstar Aktien mit einer Marktkapitalisierung zwischen 1,1 und 6,6 Milliarden Euro eingestuft. Unter Boeufs Leitung hatte der Fonds bis zum Sommer 2008 gegenüber der Konkurrenz und dem MSCI Europe Mid Cap (Benchmark) die Nase vorn. Mit sinkendem Ölpreis und der Lehman-Pleite wandelte sich der Vorsprung in ein Minus gegenüber der Kategorie. Energieaktien sowie Industriegüter- und Grundstoffproduzenten waren überproportional vertreten. Mit dieser Aufstellung verspielte der Fonds seinen Vorsprung in der Abwärtsspirale und beendete das Jahr damit unterdurchschnittlich. Insgesamt hatte das europäische Small und Mid Cap Team der UBS das Ausmaß der Finanzkrise unterschätzt.
Seit Jahresanfang hat die Risikoneigung im Fonds wieder zugenommen. Als Ausgleich zum gestiegenen Small Cap Anteil erhöhte der Fondsmanager jedoch die Diversifizierung. Er kaufte im Winter 08/09 stark unter die Räder gekommene Unternehmen, die das Team schon seit Jahren kennt. So wurden zum Beispiel verschiedene britische Aktien ins Portfolio genommen. Boeuf erwartet, dass sich die Unternehmen dort besser refinanzieren werden als Firmen aus Kontinentaleuropa. Konsumnahe Dienstleister wie Carphone Warehouse oder Mitchells & Butlers haben seit Jahresbeginn 80 Prozent und mehr zugelegt. Aber auch die Rendite von strategischen Positionen wie des Öl- und Gasdienstleisters TGS-NOPEC Geophysical Company lässt den Vorjahresverlust nicht mehr ganz so verheerend aussehen.
Pascal Boeuf wählt seine Aktien nach fundamentalen Kriterien aus, berücksichtigt aber auch Top-Down-Überlegungen seines Teams und Ideen der gesamten UBS-Einheit. Boeuf benutzt quantitative Screenings, in denen die Aktienkennzahlen nach Marktlage angepasst werden. Als sich zu Jahresanfang Gewinnrevisionen abzeichneten, bekam beispielsweise das Preis-Buchwert-Verhältnis mehr Gewicht als das KGV. Zusätzlich werden die qualitativen Informationen aus den Managermeetings und Unternehmensbesuchen systematisch erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse aus beiden Prozessabschnitten werden in einem Ranking festgehalten und auf Plausibilität überprüft.
Insgesamt zeigt sich hier ein erfahrenes und gut aufgestelltes Nebenwerteteam. Der Investmentprozess ist systematisch aufgebaut, was auch bei der Portfoliokonstruktion zum Tragen kommt. Der Fonds ist eine akzeptable Wahl für ein Engagement in europäischen Mid Caps. (Simon Nöth)
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