(Morningstar) Fondsmanager Henning Potstada kam 2006 zur DWS und ist Teil des globalen Aktienteams unter Klaus Kaldemorgen. Die elf Teammitglieder verstehen sich als Generalisten und Ideengeber für die Top-Down-Positionierung der DWS-Fonds. Sie suchen nach langfristigen Trends und entwickeln das makroökonomische Bild, das als Richtschnur für die Aktienauswahl dient. Dafür beobachten sie volkswirtschaftliche, politische und demographische Entwicklungen ebenso wie Stimmungsindikatoren, Marktbewertung und Gewinnwachstum. Die Einzeltitelselektion orientiert sich dann an den Empfehlungen der Kollegen in den DWS Sektor- und Regionenteams. Das vorliegende Portfolio hat eine globale Ausrichtung. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Europa, was sich auch in der zusammengesetzten Fondsbenchmark, 50 Prozent MSCI World und 50 Prozent MSCI Europe, widerspiegelt.
Die DWS legt viel Wert darauf, dass die Mitglieder der Investmentteams nicht nur Empfehlungen aussprechen, sondern auch Gelder eigenverantwortlich verwalten. Somit übernahm Henning Potstada bereits 2007 den DWS Vermögensbildung A. Den Eon Aktienfonds DWS steuert er seit einem Jahr. Die vergangenen Ergebnisse gehen daher größtenteils auf seinen Vorgänger Marc-Alexander Kniess zurück. Dieser hinterließ im Konkurrenzvergleich insgesamt recht gute Ergebnisse. Allerdings war die Fahrt durchaus holprig. Zeiträume, in denen der Fonds gegenüber Kategorie und Benchmark sehr gut lag, wechselten sich mit auffälligen Durststrecken ab. Bei der DWS schreckt man nicht vor ausgeprägten Branchenwetten zurück. Das kann einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffen, aber auch klar daneben gehen. Auch unter dem neuen Manager wird der Fonds davor nicht gefeit sein.
An globalen Aktienmandaten herrscht bei der DWS sicherlich kein Mangel. Womit sich dieser Fonds aber von seinen Pendants vorteilhaft absetzt, sind die niedrigen Kosten. Die Gesamtkostenquote von 0,67 Prozent liegt deutlich unter dem Kategoriemittelwert von 1,73 Prozent - vom Fondsmanager explizit als Grund dafür angeführt, dass er selbst im Fonds investiert ist. Hintergrund für die relativ geringen Gebühren: Der Fonds wurde ursprünglich als kostengünstiges Vehikel für die Mitarbeiter von Eon aufgelegt. Er steht jedoch anderen Anlegern ebenfalls offen.
Die niedrigen Kosten sind ein großer Pluspunkt für den Eon Aktienfonds DWS. Aufgrund des noch relativ unerfahrenen Managers gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht über ein durchschnittliches Rating hinaus. Potstada konnte sich zwar seit Übernahme des Mandats vor einem Jahr deutlich vor die Vergleichsgruppe und den Index setzen, doch möchten wir zunächst abwarten, bis der Manager einen längeren Track Record aufgebaut hat. (Nalia Wolfstetter)
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