(Morningstar) Der FPM Funds Stockpicker Germany Large Cap rundet das Fondsangebot von der auf deutsche Aktien spezialisierten Fondsboutique FPM ab. Entsprechend bewegt sich das Portfolio ausschließlich im Standardwertebereich. Die Versicherer Allianz und Münchener Rück gehören seit Jahren zum Inventar und wechseln sich bei der Spitzenpositionierung ab. Auch BMW und die Deutsche Bank spielten in den vergangenen Jahren immer eine gewichtige Rolle im Portfolio. Gewichtig ist auch ein passendes Wort um die Portfoliokonstruktion zu beschreiben. Der Fonds hat selten mehr als 20 Aktien. Die Titel werden zwischen 2 und 10 Prozent gewichtet, wobei sich die Konzentration bei den Top 10 auf 70 Prozent der Aktien beläuft. Die hohe Konzentration wurde im schwierigem Marktumfeld von 2008 durch eine Cash-Position und einem Geldmarktfonds abgefedert. Die vergleichsweise gute Performance des Versorgers RWE oder des Software-Anbieters Software AG beeinflussten die Rendite des Fonds im Schlussquartal 2008 positiv.
Seit Jahresanfang machten sich Piontkes und Wirths unbeirrte Investments in Premiummarken bemerkbar. Nach dem Crash im Herbst sammelten die Fondsmanager MAN, Siemens oder BASF ein und stockten ihre Anteile an der Deutschen Bank auf. Diese Aktien waren auf ein Niveau gefallen, das fundamental nur für den Fall einer tiefen und langen Rezession gerechtfertigt schien. Zu Jahresbeginn war die Cash-Quote bei Null und der Geldmarktfonds aus dem Fonds verschwunden. Obwohl sich die Kategorie seitdem kaum bewegte, sorgten die konzentrierte Beschaffenheit des Fonds und die konträre Ausrichtung für ein stattliches Plus. Betrachtet man die Rendite seit Auflage, so hat der Standardwertefonds die Aufholjagd dringend benötigt. Zwar liegt er immer noch hinter Vergleichsfonds und dem deutschen Aktienbarometer Dax, aber der Abstand hat sich im Vergleich zu vor sechs Monaten deutlich verringert.
Die Underperformance gegenüber der Kategorie und dem Dax hat zwei Ursachen: Zum einen mieden die Fondsmanager in den Boomjahren zyklische Titel aus dem Industrie- und Grundstoffbereich. Auf normalisierter Basis waren diese Werte nur bedingt interessant. Zum anderen hat ihr Investmentprozess zu einem Übergewicht in Finanztitel geführt, das erst mit der Lehman-Pleite beseitigt wurde. Die hohe Konzentration auf Finanzwerte, von denen das Gross auf defensivere Versicherer fiel, ist ein Ergebnis des Investmentansatzes. Im Mittelpunkt steht ein ausgeglichenes Portfolio zwischen unterbewerteten Standardwerten mit stabilen Erträgen und Aktien mit Wachstumspotential. Piontke und Wirth orientieren sich nicht an Sektoren oder Branchen, sondern am Potential einer Aktie. Wir sind vom Management, der Investmentboutique und dem Prozess überzeugt. Trotzdem bleiben wir wegen des Fondsvolumens vorsichtig. Insgesamt bewegen sich Investoren mit dieser Strategie nicht mit dem Mainstream. Der Fonds ist eine Alternative für ein Engagement in deutschen Blue Chips. (Simon Nöth)
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