(Morningstar) Der Global Health Care ist der größte unter den sechs von Fidelity angebotenen Sektorfonds. Gemessen am Fondsvolumen zählt das Produkt zu den größten Angeboten dieses Typs in Europa. Die Fondsmanagerin Hilary Natoff übernahm im Januar 2006 die Verantwortung des Fonds. Zuvor analysierte Natoff vier Jahre lang Unternehmen der Pharmabranche bei Fidelity. 29 Health Care Analysten weltweit unterstützen die Managerin bei der Arbeit, was einen globalen Blick auf den Sektor ermöglicht. Neben ihren Analysten tauscht sich Natoff auch mit Ärzten, Anwälten und Branchenexperten aus.
Die Menge an Informationen, die der Managerin zur Verfügung stehen, erlauben es, mittels eines Top-Down-Ansatzes einen ersten Blick auf den Sektor zu werfen. Interne und externe Quellen informieren die Managerin über neue Vorschriften von Regierungen oder die Entwicklung neuer Produkte. Anhand dieses Ausblicks definiert Natoff Themen über Entwicklungen und Trends innerhalb der Branche. Anschließend wählt die Managerin Unternehmen aus, die sich diese Gegebenheiten zu Nutze machen können. Die vorselektierten Unternehmen werden in einem zweiten Schritt anhand klassischer Bottom-Up-Analyse auf Herz und Nieren geprüft. Natoff bezieht bei ihrer Betrachtung neben gängigen Bewertungskennzahlen auch qualitative Kriterien wie die Entwicklung neuer Produkte mit ein. Ein Beispiel für ein themenspezifisches Investment ist Roche. Natoffs Zuversicht für das Gewinnwachstum, das auf einer breiten und ausgereiften Produktpalette in Kombination mit zahlreichen Neuentwicklungen basiert, spiegelt sich in diesem Investment wider. Die Managerin geht davon aus, dass das Schweizer Unternehmen über marktbeherrschende Medikamente mit deutlichem Potential zur Umsatzsteigerung und einer gut gefüllten Pipeline an aussichtsreichen Produkten verfügt. Desweiteren habe der Markt die möglichen Gewinne, die sich aus der Übernahme von Genentech und dessen Know-how noch erzielen lassen, noch nicht erkannt.
Auch wenn Roche positiv gesehen wird, bieten Standardwerte der Pharmabranche laut Natoff kaum Chancen. Als Grund nennt die Managerin, dass große Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, auslaufende Patente durch Neuentwicklungen ersetzten zu können. Dies führt zur aktuellen Untergewichtung klassischer Pharmatitel. Natoff bevorzugt Hersteller medizinischer Geräte wie Baxter. Beispielsweise bieten ihrer Meinung nach Unternehmen wie Hörgeräteproduzenten aufgrund der alternden Bevölkerung die größten Chancen.
Natoff konnte mit dem Global Health Care sowohl unter Risiko- als auch unter Ertragsgesichtspunkten besser als der Durchschnitt der Morningstar Kategorie abschneiden. Eine leichte Underperformance gegenüber MSCI World Health Care ist dem Untergewicht von Big Pharma geschuldet. Die TER von 1,92 Prozent ist überdurchschnittlich. Uns gefällt vor allem die Erfahrung der Managerin und die umfangreichen Research-Ressourcen, die Natoff zur Verfügung stehen. (Han de Vries)
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