(Morningstar) Anfang des Jahres verlor Invesco Energy seinen langjährigen Fondsmanager. John Segner, der hier seit Auflage eine eindrucksvolle Leistung ablieferte, verließ Invesco AIM im Januar 2009. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung beim Management von Energiefonds. Sein Weggang ist ein deutlicher Verlust, der dadurch etwas abgemildert wird, dass sein Nachfolger, Andrew Lees, lange mit Segner zusammenarbeitete, zunächst als Analyst und dann als Co-Manager. Doch während Lees bereits seit langem Energiewerte analysiert, ist er als Fondsmanager noch unerprobt.
Natürlich ist seine Arbeitsweise durch die langjährige Zusammenarbeit mit Segner beeinflusst. Daher dürften Anleger hier keine größeren Veränderungen in der Strategie erleben. Wie sein Vorgänger kombiniert Lees die Top-Down-Sektoranalyse mit fundamentalem Aktienresearch. Er stützt sich bei der Branchen- einschätzung auf sein Analystenteam. Seine Bewertung der Branche ist maßgeblich dafür, ob er den Fonds defensiv oder aggressiv aufstellt und entscheidet über die Aufteilung auf die Untersektoren. Beispielsweise ist der Fondsmanager derzeit skeptisch für Erdgas, was sich in einer entsprechend geringen Gewichtung im Portfolio niederschlägt. Optimistischer sieht er den Erdölbereich, wo er kleine und mittlere Ölproduzenten hinzukaufen möchte. Die Aktienauswahl basiert auf den Unter-nehmensanalysen des Analystenteams. Lees bevorzugt Wachstumsunternehmen mit guter Bilanzqualität und moderater Bewertung. Diese Strategie ist zwar nichts Besonderes, leuchtet aber ein und wurde von Segner relativ gut umgesetzt. Lees ist als Fondsmanager noch ein Neuling. Es bleibt abzuwarten, wie er sich schlagen wird.
Vermutlich wird der Fonds sein eher aggressives Profil beibehalten. Lees wird sich wie Segner auch nicht davor scheuen, kleine und mittlere Titel ins Portfolio zu holen, sobald er für den Sektor positiv gestimmt ist. Nebenwerte spielen in diesem Fonds generell eine größere Rolle als in Konkurrenzprodukten. Auch wenn Lees die Titelanzahl erhöhen möchte, will er doch nicht über ein relativ kompaktes Portfolio von 20 bis 50 Werten hinausgehen. Diese Vorgehensweise hat bisher im Konkurrenzvergleich zu überdurchschnittlichen Wertschwankungen geführt, was sich auch am Morningstar Risk Rating ablesen lässt. Dies muss nicht verkehrt sein, sofern Anleger dafür auch überdurchschnittliche Erträge erhalten. Das war bei Segner der Fall. Sein Nachfolger muss seine Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen.
Für ihn sprechen seine langjährigen Erfahrungen als Analyst und die Unterstützung durch sein Sektorteam. Analyst ist aber nicht gleich Fondsmanager. Wir möchten erst sehen, ob Lees aus dem flexiblen Anlageprozess möglichst viel herausholen kann, bevor wir ein höheres Rating in Erwägung ziehen. (Sonya Morris)
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