(Morningstar) Der Allianz-dit Nebenwerte DE kauft deutsche Aktien, die nicht im Dax enthalten sind. Die Benchmark ist das Aktienbarometer für deutsche Nebenwerte MDax.Für die Aktienselektion wird im Grunde derselbe Prozess angewandt wie für das europäische Nebenwertependant. Der Kosmetikkonzern Beiersdorf gehörte Ende Oktober 2008 zu den größten Übergewichten und war auch die größte Position im Portfolio. Fondsmanager Frank Hansen hält dem Wert auch nach dem Wechsel in den Dax die Treue. Der defensive Charakter des Unternehmens, das im schwierigen Marktumfeld 2008 stärker als der Markt wuchs, steht für die eher vorsichtige Positionierung.
Mit der Übergewichtung von Biotest, KWS Saat oder Allianz Lebensversicherungs AG, an der die Allianz mehr als 90 Prozent hält und dessen Squees-out bereits seit 2002 andauert, werden die größten Wetten außerhalb der Benchmark gemacht.Bei der Aktienanalyse vergisst Hansen nicht den Konjunkturzyklus. Die stark exportabhängigen deutschen Nebenwerte wurden 2008 teilweise zu Gunsten von Standardwerten abgebaut. Von Finanzdienstleistern verabschiedete sich Hansen bereits vor zwei Jahren und blieb in diesen im Vergleich zur Benchmark und durchschnittlichen Vergleichsfonds untergewichtet.
Die Mehrheit der Fondsmanager im Segment für deutsche Nebenwerte schaffte es in den vergangenen fünf Jahren nicht, den MDax zu schlagen. Dieser Fonds präsentiert sich nach Abzug der Kosten über drei, fünf und zehn Jahre wesentlich besser als seine Kategorie und die Benchmark. Trotzdem missfallen uns die hohen Kosten. Nicht nur die Verwaltungsgebühren und die Gesamtkostenquote sind im Vergleich zur Kategorie hoch, sondern auch eine performanceabhängige Gebühr von bis zu 25 Prozent der Überrendite zur Benchmark ließen den Kostenblock für 2007 auf 3,08 Prozent anschwellen. Wir würden performanceabhängige Gebühren in Kombination mit niedrigeren Verwaltungskosten bevorzugen.
Insgesamt sind wir vom Management, der Strategie und der Implementierung sowie den Ergebnissen überzeugt. Nur die Gesamtkosten sind uns zu hoch.
Strategie
Ins Portfolio werden deutsche Aktien genommen, die nicht im Dax enthalten sein sollten. Die Benchmark ist der MDax. Es werden 50 bis 70 Positionen angestrebt, die zwischen 12 und 18 Monate gehalten werden.
Der Bottom-up Prozess konzentriert sich auf die Fundamentalanalyse und Unternehmensbesuche. Hansen muss vom Geschäftsmodell überzeugt sein. Dieses sollte sich in Wettbewerbsvorteilen, hohen Marktanteilen und Markteintrittsbarrieren ausdrücken. Zusätzlich werden Gewinnwachstum, Gewinnrevisionen, Verschuldung und die Unternehmenssolvenz für die Einschätzung eines Kaufkandidaten unter die Lupe genommen. Aktienkennzahlen werden sowohl im Vergleich zum Markt, zu den Wettbewerbern als auch im historischen Zusammenhang ausgewertet.
Das Management wird mit Hilfe von Unternehmensbesuchen überprüft. Im Mittelpunkt steht hier sowohl die relevante Industrieerfahrung als auch die Entlohnung. Es können auch mehrere Besuche bei einer Firma stattfinden, da diese Company-Meetings als Informationsquelle im Nebenwertebereich eine wichtigere Rolle einnehmen als für Standardwerte.
Management
Fondsmanager Frank Hansen managt seit Anfang der 90er Jahre europäische und deutsche Nebenwerte und hat insgesamt 21 Jahre Industrieerfahrung. Das Mandat für den Allianz-dit Nebenwerte DE hat Hansen seit 2001. Zusätzlich ist er noch für den Allianz-dit Wachstum und Allianz RCM Small Cap Europa verantwortlich.
Im europäischen Nebenwerteteam, das Hansen leitet, wird er von Matthias Born unterstützt. Born ist seit Oktober 2007 für den Concentra verantwortlich. Insgesamt verfügt er über sieben Jahre Investmenterfahrung, die er bei Allianz Global Investors (AGI) gesammelt hat. Das Team managt 180 Millionen Euro in deutschen Nebenwerten. Drei Viertel der Zeit wird für das Aktienresearch verwendet, der Rest fällt auf das Fondsmanagement. Zusätzliche Ressourcen sind die hauseigenen globalen Sektoranalysten, deren Research für 20 Prozent der Nebenwerteportfolios relevant ist.
Wir sind vom Fondsmanager überzeugt, der auf diesem Gebiet zu den erfahrensten zählt. (Simon Nöth)
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